In der WM-Vorqualifikation zählt nur der Aufstieg. In der WM-Vorqualifikation zählt für Österreichs Basketball-Herren nur der Aufstieg. Der Auftakt erfolgt am Mittwoch (20.30 Uhr, ORF Sport + live) in Tirana gegen Albanien. In der Gruppe B geht es außerdem gegen die Niederlande. Der Erst- und Zweitplatzierte erreichen die "echte" WM-Qualifikation (ab November) mit 32 Teams in acht starken Vierergruppen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 31. Juli 2017 (13:00)
Jakob Pöltl ist das Aushängeschild der Österreicher
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Es gebe nur ein Ziel, "die nächste Runde, ohne Wenn und Aber", unterstrich ÖBV-Präsident Hubert Schreiner am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Teamchef Kestutis Kemzura setzt auf fokussierte Spieler und strebt "das Maximum" an, was übersetzt vier Siege heißt. "Wir sind bereit für die Qualifikation." Weil es nur vier Partien gebe, sei jede einzelne wichtig. Positiv in der Vorbereitung sei neben "guten Spielen" gewesen, dass es im Gegensatz zu 2016 keine gröberen Verletzungen gegeben habe. Kemzura klopfte auf Holz, dass es auch in den kommenden Wochen so bleibe.

Jakob Pöltl von den Toronto Raptors wird in Tirana sein erstes Bewerbspiel für Österreichs Herren bestreiten. Nach bisher acht Einsätzen in Tests (2015 und in diesem Sommer) hält der Center bei 106 Punkten und somit bei durchschnittlich 13,25. "Wir haben ein gutes Team und sollten mit der Einstellung in die Spiele gehen, dass wir alle gewinnen. Ich freue mich, dass es jetzt ernst wird", betonte der 21-Jährige. Er erwarte, dass Österreich weiterkomme. "Wir wissen, dass es nicht leicht wird."

Mit der Erwartungshaltung an und Druck auf ihn habe er "kein Problem", sagte Österreichs erster NBA-Spieler bei der Pressekonferenz. "Ich gehe mit einer positiven Einstellung in die Spiele und habe viel Vertrauen in mich und meine Teamkollegen. Vollgas ist die Devise." Dass er im Nationalteam eine andere Rolle als bei den Raptors hat, sei anfangs durchaus ungewohnt gewesen. "Aber ich habe mich zurechtgefunden. Die Teamkollegen haben es mir leicht gemacht." Pöltl will aus seinen Einsätzen für Österreich auch Motivation für die zweite NBA-Saison schöpfen. Das Ziel sei "mehr Spielzeit" bei Toronto.

Thomas Schreiner hat zwar bereits 48 Partien in der EM-Qualifikation in den Beinen, die anstehende WM-Vorqualifikation ist aber selbst für den Routinier in der Nationalmannschaft Neuland. Der Kapitän begeht am Samstag gegen die Niederlande zudem sein zwölfjähriges Jubiläum in den Reihen der ÖBV-Herren. Schreiner hatte am 5. August 2005 in einem Test gegen England debütiert. "Das wichtigste Spiel ist das nächste", hat er Albanien am Mittwoch längst im Fokus.

Thomas Klepeisz war in der aktuellen Vorbereitung vor allem von der Stimmung beim Probegalopp gegen Bulgarien in seiner Heimatstadt Güssing angetan. Auf derartige Unterstützung hofft der Guard auch in den anstehenden Heimspielen im Multiversum Schwechat. Albanien auswärts werde zuvor "kein leichter Gegner". Mit Rasid Mahalbsic und Pöltl, "zwei Riesen unter dem Korb", liege die Stärke des österreichischen Teams im Inside-Spiel, betonte Klepeisz. Es sei somit auch eine Aufgabe der Guards, das Duo in Szene zu setzen. "Wir werden unsere Gegner nicht unterschätzen. Aber ich sehe uns in keinem Spiel als Underdog", ließ Center Mahalbasic ausrichten.

Zum Hype um Pöltl sagte Klepeisz, das man "die Welle reiten" müsse. Es handle sich um "eine Möglichkeit, die wir noch nie hatten". Das Basketball-Interesse sei größer als je zuvor. Die Bedeutung von Vorbildern strich auch Kemzura hervor. Er erinnerte dabei an den seinerzeitigen Hype um den 2,20 Meter großen Arvydas Sabonis in seiner Heimat Litauen. Jeder Basketballer habe damals "Sabonis sein" wollen.

Zum Auftakt der WM-Vorqualifikation erwartet das ÖBV-Team ein "Glutofen". Für Tirana sind in den kommenden Tagen bis zu 38 Grad prognostiziert. Das Spiel findet im vor knapp zwei Monaten eröffneten Olympiapark statt. Die rot-weiß-rote Bilanz gegen Albanien ist makellos: in bisher vier Aufeinandertreffen gab es ebenso viele Siege.

Schaffen die Österreicher den angepeilten Aufstieg, könnten sie ab November etwa auf Spanien, Slowenien und Montenegro (Gruppe A), Italien, Kroatien und Rumänien (Gruppe D) oder Deutschland, Serbien und Georgien (Gruppe G) treffen.