Besuch in Jois: Der Storch im Badezimmer. Auf dem Dach des „Stoanikellers“ in Jois hat eine junge Storchfamilie ihr Sommerquartier aufgeschlagen.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 17. Juli 2020 (05:32)

Vor genau 22 Jahren eröffnete Familie Steinwandtner ihren Heurigen in der Unteren Hauptstraße in Jois. Nicht nur Urlauber und Einheimische fühlten sich dort von Anfang an pudelwohl, auch Störche fanden am Dach des Gebäudes jedes Jahr aufs Neue ihr Zuhause.

„Während des Corona-Lockdowns war es sehr ruhig bei uns im Hof, da hat er sich das erste Mal zu uns runtergetraut.“ „Storchenvater“ Leonhard Steinwandtner

„Seit Jahren leben wir gemeinsam mit unseren tierischen Gästen auf dem Grundstück, wir können schon so viele Geschichten erzählen, doch Sepp ist doch schon ein ganz besonderer Storch“, betont der stolze „Storchenvater“ Leonhard Steinwandtner. Sepp hat im März gemeinsam mit seiner Storchdame auf dem „Stoanikeller“ sein Sommerquartier aufgeschlagen. Im Mai schlüpften die Sprösslinge der beiden.

„Während des Corona-Lockdowns war es sehr ruhig bei uns im Hof, da hat er sich das erste Mal zu uns runtergetraut. Die Tierärztin hat gemeint, wir können ihm rohes Fleisch geben. Das hat ihm wohl geschmeckt, denn seither kommt er uns jeden Tag sieben bis acht Mal besuchen“, lacht der Joiser.

Sepp schrecke auch vor den Wohnräumen des Mehrfamilienhauses nicht zurück. Als vor ein paar Wochen eine Tür weit offen stand, nutzte der Storch die Gunst der Stunde und spazierte „ganz selbstverständlich ins Badezimmer meiner Eltern. Auch an den Heurigentischen hat er Gefallen gefunden. Wenn ich die Tische für den Abend eindecken möchte, kommt es schon einmal vor, dass er es sich darauf gemütlich gemacht hat“, erzählt die Tochter Marina Steinwandtner.

Auf der Rinderweide, die Leonhard Steinwandtner noch zusätzlich bewirtschaftet, gehen die Storcheltern eigenständig auf Futtersuche: „Wenn ich die Wiese mähe, gehen sie hinterher und schnappen sich alles, was sie finden können“, so Leonhard Steinwandtner.