Kriminelles getwittert: Pensionist teilte Kinderpornos. Ein Pensionist aus dem Bezirk Eisenstadt wurde verurteilt, weil er ein illegales Foto mit seinen Followern teilte.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 06. September 2017 (06:04)
Symbolbild
APA (dpa)

Am 8. Februar 2017 lud ein 65-jähriger Pensionist aus dem Bezirk Eisenstadt ein Foto in seinen Twitter-Account hoch, das eindeutig kinderpornografische Inhalte zeigte. Das abgebildete Mädchen war ganz offensichtlich minderjährig. Vorige Woche musste sich der Pensionist vor Gericht verantworten.

Bei einer Hausdurchsuchung waren auf seiner Festplatte neben zahlreichen „normalen“ Pornos 17 Bilddateien gefunden worden, die ebenfalls kinderpornografische Inhalte und zum Teil unmündige Kinder in eindeutigen Posen zeigten.

„Ich bekenne mich schuldig, und es tut mir sehr leid“, gab sich der Pensionist vor Gericht zerknirscht und reuig. Richterin Doris Halper-Praunias wollte von dem Angeklagten wissen, warum sich dieser den Twitter-Nickname „LoveWomen 14“ zugelegt habe.

Twitter-Account wurde rasch gesperrt

„Der Account LoveWomen war schon vergeben“, erklärte der Pensionist. LoveWomen 14 sei „ein Vorschlag des Systems“ gewesen. Im Übrigen sei der Twitter-Account rasch gesperrt worden. Die Kriminalpolizei wurde im Zuge einer Routine-Kontrolle von Google auf den Kinderporno-Konsumenten aufmerksam.

„Google lässt regelmäßig Suchanfragen nach bekannten Kinderporno-Bildern laufen“, berichtete eine Kriminalbeamtin. Aufgrund einer E-Mail-Adresse und weiterer Angaben konnte der User ausgeforscht werden. „Ich mache so etwas nie wieder“, beteuerte der Pensionist. Er wurde zu 2.400 Euro Geldstrafe und drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt und nahm diese Strafe an.

„Pornos anzuschauen, ist nicht verboten“, so die Richterin. „Solange es aber Menschen gibt, die Kinderpornografie konsumieren, werden Kinder dafür misshandelt werden.“