Höchster Preis der Akademie an Gasper Tkacik. Der Ignaz L. Lieben Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geht heuer an den Biophysiker Gašper Tkačik vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ).

Von APA, Redaktion. Erstellt am 20. Februar 2020 (11:55)
Gasper Tkacik untersucht biologische Netzwerke
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Wie die ÖAW mitteilte, erhält er ihre älteste und höchstdotierte Auszeichnung für "seine herausragenden Forschungen an der Schnittstelle zwischen Mathematik, Biophysik und Neurowissenschaften".

Der gebürtige Slowene Tkacik untersucht mit seiner Forschungsgruppe am IST Austria biologische Netzwerke aus einer multidisziplinären Perspektive. Dabei spürt er mit Methoden und Ansätzen der Informationstheorie, der statistischen Physik, der Biophysik und der Biologie Abläufen wie chemischen Reaktionsketten in Zellen und Neuronenverbindungen im Gehirn nach. Damit will er unter anderem klären, wie Information übertragen wird und Informationsnetzwerke entstehen. Sein Ziel dabei sind mathematische Theorien und Modelle, mit denen sich evolutionäre Entwicklungen von Organismen beschreiben und vorhersagen lassen.

Tkacik studierte Mathematische Physik an der Universität Ljubljana und an der Princeton University, wo er 2007 promovierte. Von 2008 bis 2010 war er als Postdoc an der University of Pennsylvania und wechselte 2011 ans IST Austria.

Den mit 36.000 Dollar (33.000 Euro) dotierten Ignaz L. Lieben-Preis erhält er am 27. Februar in Wien. Die Auszeichnung wird an junge Wissenschafter aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich für herausragende Arbeiten auf den Gebieten der Molekularbiologie, Chemie und Physik vergeben.

Der nach dem Gründer des Bankhauses Lieben benannte Ignaz L. Lieben-Preis wurde ursprünglich 1863 gestiftet. Seine Vergabe wurde 1938 wegen Verfolgung der Stifterfamilie durch die Nationalsozialisten eingestellt. Durch finanzielle Unterstützung des US-amerikanischen Stifter-Ehepaares Isabel und Alfred Bader konnte der Lieben-Preis reaktiviert und 2004 erstmals neu ausgeschrieben werden.

Der traditionell gemeinsam mit dem Lieben-Preis vergebene Bader-Preise für Kunstgeschichte bzw. für die Geschichte der Naturwissenschaften wird heuer nicht verliehen. Kein Kandidat habe den hohen Anforderungen des Preises entsprochen, teilte die Akademie auf Anfrage der APA mit.