Mord-Ermittlungen nach tödlichem Beziehungsstreit. Nach dem tödlichen Beziehungsstreit am Montag in Bregenz ermittelt die Staatsanwaltschaft vorerst wegen Mordes.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 27. Juni 2018 (10:37)
Der Mann verschanzte sich stundenlang in seiner Wohnung
APA

"Wir gehen aufgrund der bisherigen Erhebungsergebnisse davon aus", bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch, Heinz Rusch, einen Bericht des ORF Vorarlberg. Der Obduktionsbericht lag der Behörde Mittwochfrüh noch nicht vor.

Eine Einschränkung machte Rusch allerdings gegenüber der APA. Man ermittle zwar im Moment wegen Mordes, "was am Ende des Tages aber herauskommen wird, ist zu früh zu sagen". Erst müsse man alle Spuren auswerten. Wenn alle Beweis auf dem Tisch liegen, könne sich das auch noch ändern. Das bedeutet, es könnten sich auch Hinweise auf ein weniger gravierendes Delikt ergeben.

Rusch bestätigte ebenfalls, dass die Obduktion der 27-jährigen Frau, die am Montag aus einem Fenster in acht Meter Höhe gestürzt war und anschließend ihren schweren Verletzungen erlag, am Dienstag in Innsbruck durchgeführt wurde. Der Bericht liege ihm allerdings noch nicht vor. "Ich werde aber wahrscheinlich auch nicht allzu viel darüber erzählen", stellte der Sprecher der Staatsanwaltschaft klar, die in dem Fall die Pressearbeit von der Polizei übernommen hat. Die Obduktion sollte insbesondere die Todesursache der Frau klären. Bisher stand lediglich fest, dass sie schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Ob diese aber Folge ihres Fenstersturzes aus acht Meter Höhe waren oder eine andere Ursache hatten, war unklar.

Keine neuen Informationen hatte Rusch über den Gesundheitszustand des 30-jährigen Partners der Frau, der sich nach deren Tod zunächst stundenlang in einer Wohnung verschanzt hatte und auf der Flucht vor dem Einsatzkommando Cobra aus dem Fenster gesprungen war. Am Dienstagabend lag der Mann jedenfalls noch im künstlichen Tiefschlaf. Er hatte sich beim Sprung aus dem Fenster - dem selben, aus dem seine Partnerin gestürzt war - nicht näher spezifizierte schwere Verletzungen zugezogen. Lebensgefahr bestand nicht. Die vier Kinder, die mit dem Paar zusammenlebten, sind derzeit in einer Einrichtung der Jugendwohlfahrt untergebracht und werden dort auch psychologisch betreut.

Am Montag war ein Streit des rumänischen Paares völlig eskaliert. Als eine Nachbarin die Polizei rief, hörte die Sachbearbeiterin während des Telefongesprächs einen Schuss. Sofort wurden die Einsatzkräfte zur Wohnung des Paares in Bregenz-Vorkloster delegiert. Als die erste Streife eintraf, stürzte gerade die 27-Jährige aus dem Fenster. Ihr Partner saß währenddessen auf der Fensterbank und hantierte mit einer Schusswaffe. Wie die Ermittlungen ergaben, handelte es sich dabei aber lediglich um eine Schreckschusswaffe.

Nach dem Fenstersturz der 27-Jährigen behielt der 30-Jährige zunächst eine weitere Frau und ein vier Jahre altes Kind als Geiseln bei sich in der Wohnung. Erst durch die Intervention einer Verhandlungsgruppe entließ er die Frau und das Kind aus der Wohnung. Anschließend versuchte das Verhandlungsteam den Mann zur Aufgabe zu bewegen, was allerdings nicht gelang. Bei der Übergabe einer Zigarettenpackung an den 30-Jährigen griff das Einsatzkommando Cobra zu, der Mann konnte jedoch flüchten und stürzte sich aus dem Fenster.