Wiens Vizebürgermeisterin will bei Pendlern kassieren. Grün-Politikerin Maria Vassilakou rüttelt die Niederösterreicher mit dem Vorstoß für eine City-Maut wach. Zahlen sollen jene, die in die Stadt einpendeln.

Von Online Redaktion. Erstellt am 28. Mai 2018 (12:58)
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Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou will Individualverkehr eindämmen

Auf das grüne Licht des Höchstgerichts für den Lobautunnel und damit die Nordost-Umfahrung Wiens antwortet die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou mit einem Vorschlag mit Knalleffekt. Denn dieser würde Zig-Tausende Niederösterreicher treffen. Sämtliche Einpendler mit Autos sollen demnach ab der Wiener Stadtgrenze zahlen.

Für Vassilakou handelt es sich dabei, wie sie der Austria Presseagentur erklärte, um den „nächsten großen Wurf“ nach der Einführung der 365-Euro-Jahreskarte, um die Verkehrsbelastung für Wien zu drosseln. Die Grün-Politikerin möchte damit Pendler zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel animieren.

Nur in der Zeit von 6 Uhr bis 10 Uhr?

Sie kann sich eine zeitliche Begrenzung der Maßnahme – beispielsweise von 6 Uhr bis 10 Uhr vorstellen. „Die Einnahmen aus der City-Maut sollen direkt in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs fließen“, betonte die Wiener Vizebürgermeisterin. Was die Höhe der City-Maut betrifft und die Einhebung an den Stadtgrenzen, machte sie noch keine Angaben.

„Auch Pendler aus Niederösterreich verlieren im Stau Lebenszeit“

Vassilakou befürchtet, dass mit dem Bau des Lobautunnels der Verkehr zunimmt. Schon die jetzige Situation sei für alle Seiten belastend, argumentiert sie. 200.000 Autos würden in der Früh in die Stadt kommen und am Abend die Stadt wieder verlassen. Für die Wiener bedeute das mehr Stau, Lärm und Umweltbelastung. „Für alle Betroffenen – also auch die Pendlerinnen und Pendler aus Niederösterreich und dem Burgenland – bedeutet das schlicht und einfach im Stau verlorene Lebenszeit“, sagte Vassilakou.

Die grüne Vizebürgermeisterin möchte damit den neuen Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) dabei in die Pflicht nehmen. Denn das Koalitionsziel der rot-grünen Stadtregierung laute, bis 2025 nur noch 20 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückzulegen. Derzeit seien es noch 28 Prozent.