EU-Kommissar: Keine kurzfristige Hilfe durch Sputnik V. Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V kann nach Einschätzung des Impfstoff-Beauftragten der EU-Kommission, Thierry Breton, nicht kurzfristig helfen bei der Impfkampagne der Europäischen Union.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 08. April 2021 (11:46)
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Auf die Frage, ob Präparate etwa aus Russland oder China dazu beitragen könnten, bis zum Sommer 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu impfen, schrieb der Franzose am Donnerstag in einem Blog-Eintrag: "Ich fürchte, die Antwort ist nein."

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte am Donnerstag gleichwohl bilaterale Gespräche mit Russland über eventuelle Sputnik-Lieferungen an. Dabei betonte er jedoch: "Um wirklich einen Unterschied zu machen in unserer aktuellen Lage, müsste die Lieferung schon in den nächsten zwei bis vier, fünf Monaten kommen - ansonsten haben wir so oder so mehr als genug Impfstoff."

Bisher hatte Deutschland bei der Impfstoffbeschaffung auf die EU-Ebene gesetzt. Noch Ende März hieß es mit Blick auf Sputnik aus Regierungskreisen: "Wir sind der Meinung, dass das wieder über das europäische System erfolgen soll." Man habe die EU-Kommission dazu aufgefordert, sich dieser Frage anzunehmen.

Breton betonte nun, dass er zwar keinen Grund habe, an der Effektivität, Sicherheit und Qualität jener Impfstoffe zu zweifeln, die außerhalb der EU entwickelt worden seien. Dies zu bewerten sei jedoch Sache der EU-Arzneimittelbehörde EMA. Jedes Unternehmen, das einen neuen Impfstoff produzieren wolle, brauche aber mindestens zehn Monate. Deshalb müsse man sich auf die Produktion jener Impfstoffe konzentrieren, die in der EU bereits zugelassen oder kurz davor sind.

Die EMA hatte Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Rahmen einer Rolling Review begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen und noch kein Zulassungsantrag gestellt wurde.

Breton zeigte sich jedoch optimistisch, dass es auch ohne Impfstoffe wie Sputnik V bis Ende Juni genügend Dosen in der EU gibt, um etwa 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Im ersten Quartal seien 108 Millionen Dosen geliefert worden, für das zweite Quartal rechne er mit 360 Millionen weiteren. Die EU-Staaten müssten Massen-Impfungen und Kampagnen organisieren, um die Bürger davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Er sei optimistisch dass es bald etwas Normalität geben werde und die Europäer einen Sommer ähnlich wie im vergangenen Jahr erleben würden.