Neue Virus-Variante: WHO rechnet demnächst mit Klarheit. Die Untersuchungen über die neue Variante des Coronavirus dauern noch an.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 28. Dezember 2020 (19:46)
WHO-Expertin Maria Van Kerkhove
APA/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechne in den nächsten Tagen oder Wochen mit Ergebnissen entsprechender Studien aus Großbritannien und Südafrika, sagte die WHO-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag in Genf. Solche Untersuchungen bräuchten ihre Zeit.

"Veränderungen sind normal, Veränderungen wurden erwartet und je mehr das Virus im Umlauf ist, desto mehr Gelegenheit zur Veränderung hat es", sagte Van Kerkhove. Eine der wichtigen Fragen ist, ob Impfungen auch bei der neuen Variante wirksam sind.

Ein Jahr nach den ersten Hinweisen auf das neue Virus aus China appellierte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, die Lehren aus der Pandemie zu ziehen. Zwar sei das Bewusstsein für eine solche Herausforderung gestiegen. Aber es sei noch Zeit nötig, sich wirklich auf ähnliche weitere Krisen vorzubereiten. "Das Virus hat die Probleme, die wir haben, klargemacht." Dazu gehöre das Ausmaß der Ungleichheit, der Armut und der Ausgeschlossenheit.

Für ihn selbst sei dieses Jahr besonders schwer gewesen. "Mein Land ist in Schwierigkeiten", sagte der gebürtige Äthiopier. In seiner Heimatregion Tigray lebten vielen Verwandte wie sein jüngerer Bruder, über deren Schicksal er nichts wisse. "Als ob Covid nicht genug wäre", so Tedros. In Äthiopien ist ein bewaffneter Konflikt zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und der Zentralregierung in Addis Abeba ausgebrochen. In diesem Zusammenhang sind bisher mehr als 50.000 Menschen in den Sudan geflohen.

Unterdessen verabreichte die US-Seuchenbehörde CDC nach eigenen Angaben bisher mehr 2,1 Millionen Impfdosen. Insgesamt seien 11,4 Millionen Dosen ausgeliefert worden, hieß es am Montag in Washington.

Ungarn erhielt indes 6.000 Dosen des russischen Corona-Impfstoffs. Die Sendung werde nun zu Experten nach Budapest geschickt, um über die Verwendung der Präparate zu entscheiden, sagte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto am Montag in einer Videobotschaft auf Facebook. Weitere Angaben zur möglichen Nutzung des Sputnik V genannten Impfstoffs machte er nicht.

Bereits am Samstag, einen Tag vor dem offiziellen Start der EU-Impfkampagne, hatte Ungarn begonnen, erste Menschen mit dem Vakzin des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zu impfen.

Im November hatte die EU-Kommission es Ungarn freigestellt, den russischen Corona-Impfstoff zu nutzen. Normalerweise sei zwar die Europäische Arzneimittelagentur EMA für die Zulassung von Impfstoffen zuständig, hieß es damals. Bisher hat die EMA den russischen Impfstoff noch nicht analysiert. Russland gibt aber an, er habe eine Effektivität von 95 Prozent. Westliche und russische Experten hatten Bedenken geäußert, da der Impfstoff sehr schnell zugelassen wurde.