Wirtshäuser und Hotels für Eintrittstests und Impfpass. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer hat heute zu einem ganztätigen "Öffnungsgipfel" geladen, in dem zahlreiche Branchenvertreter ein Wiederaufsperren der Gastronomie, Hotellerie, von Kunst- und Kulturstätten, Kinos sowie Freizeit- und Sportbetrieben im März forderten.

Von APA / NÖN.at. Update am 25. Februar 2021 (13:02)
Hotellerie, Gastronomie, Kultur und Freizeitbranche werben um Öffnung
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Einmal mehr wurde auf die eigenen Sicherheitskonzepte verwiesen, die hohen Infektionszahlen - heute wurden 2.391 Neuinfektionen gemeldet - seien zu einem erheblichen Teil den vielen Testungen geschuldet.

Dass bei weiteren Öffnungsschritten wieder die Fallzahlen steigen, ist klar, meinte Umweltmediziner Hans-Peter Hutter zum Beginn der Veranstaltung. Man müsse aber auch die Rate der Positivmeldungen im Bezug zu den Tests sehen. Contact-Tracing und Test könnten vor einer dritten Welle schützen. Unterm Strich befürwortete Hutter eine Öffnung unter den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Zuvor hatte schon Mahrer betont: "Was nicht geht, ist keine Perspektive." Und WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf ergänzte: "Wir erwarten uns noch erste Öffnungsschritte im März, am besten am 15."

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ließ im Vorfeld der Veranstaltung in einer Aussendung offen, wann die Branchen öffnen können - das will die Regierung am Montag nach Beratungen mit Experten, Opposition und Ländervertretern entscheiden. In der Wirtschaft wächst jedenfalls der Druck. Ein düsteres Bild für die nächsten Jahre zeichnete hier Sacher-Chef Mathias Winkler. Erst in den Jahren 2024 oder 2025 werde die Hotellerie wieder Gewinne einfahren, die Investitionen erlauben.

Gastro-Fachverbandsobmann Mario Pulker verteidigte heute die ursprüngliche Ablehnung der Masken- und Testpflicht durch die Wirte. Hier habe es auch bei den Gästen ein Umdenken und eine neue Akzeptanz gegeben. "Die Gäste haben sich an vieles gewöhnt", ergänzte Hotellerie-Fachverbandsobfrau Susanne Kraus-Winkler. Das Coronavirus sei "gekommen um zu bleiben". Und auch die Mitarbeiter würden die Sicherheitsmaßnahmen "mit Freuden annehmen", so Karin Rosenberger von der Donau Lodge Ybbs (NÖ). Die Gastronomen waren sich einig: Am 15. März muss aufgesperrt werden. "Mit ein bissl Gas geben" werde sich das schon ausgehen.

Die Reiseveranstalter wiederum haben heute geschlossen den Plan von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) begrüßt, sich für einen grünen Impfpass in der EU stark zu machen. "Wir können ohne offene Grenzen nicht existieren", so deren Fachverbandsobmann Gregor Kadanka. Lob für die staatliche Unterstützung bisher kam von Christof Papousek, Chef der Cineplexx-Kinos, diese sei "toll" gewesen.