629 Verstorbene, kein weiterer Todesfall seit Samstag. Die Zahl der nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Österreich Verstorbenen ist bis Sonntagvormittag mit 629 gleich hoch wie am Vortag geblieben. Damit hat sich die Zahl der Toten erstmals seit dem 15. Mai nicht erhöht. 197 Menschen wurden laut Innen- und Gesundheitsministerium wegen Covid-19 in Spitälern behandelt, elf weniger als am Tag zuvor.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 17. Mai 2020 (12:38)
197 Menschen werden aktuell wegen Covid-19 in Spitälern behandelt
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Auch die Zahl der Corona-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen ist weiter gesunken, um zwei Personen auf 48. Insgesamt 14.563 vormals Erkrankte sind wieder genesen. Insgesamt wurden bisher 362.509 Tests durchgeführt.

Bis Sonntagfrüh registrierte das Gesundheitsministerium seit Ausbruch der Epidemie weiters 16.151 bestätigte Infektionen in ganz Österreich. Die gemeinsame Aussendung mit dem Innenministerium wies dann am Vormittag 16.242 positive Testergebnisse aus. Das Innenressort erhebt die Zahlen im Rahmen der Koordination des Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagements im Einsatz- und Koordinationscenter (EKC) über eine Videokonferenz, diese Zahlen können daher Fälle enthalten, die im Epidemiologischen Melderegister (EMS) noch nicht erfasst sind.

Die Stadt Wien nimmt indes nach dem gehäuften Auftreten von Coronavirus-Infektionen bei Leiharbeitern nun deren Arbeitgeber ins Visier. Dort soll verstärkt getestet werden. Auch Auftraggeber derartiger Unternehmer, also Firmen, die Leiharbeiter beschäftigen, werden intensiver untersucht. Das Innenministerium hat am Sonntag dabei einmal mehr Unterstützung angeboten.

Bei einem aktuellen größeren Cluster wurden Verbindungen zwischen Leiharbeitsfirmen und Post-Verteilungszentren in Wien und Niederösterreich registriert. Auch die Fälle in einem Flüchtlingsheim in Erdberg sollen damit in Zusammenhang stehen, da dortige Bewohner bei den Firmen beschäftigt waren. Laut dem Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) dürfte Erdberg aber nicht der Ausgangspunkt der Infektionskette sein.

Im Büro des Stadtrats wurde am Sonntag auf APA-Anfrage bekräftigt, dass nun verstärkt Tests bei Leiharbeitsfirmen geplant sind - und zwar nicht nur bei jener, die im Zentrum der aktuellen Fälle steht. Unternehmen, die auf Leiharbeiter zurückgreifen, stehen nun ebenfalls verstärkt im Fokus, wie betont wurde. Laut Rathaus ist vor allem problematisch, dass Leiharbeiter kein Geld erhalten, wenn sie krank werden. Darum würden viele trotz einer Infektion in die Arbeit kommen.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bot der Stadt am Sonntag erneut verstärkte Zusammenarbeit an: "Dieser dramatische Fall zeigt, dass es mehr braucht, als bisher getan wurde. Ich habe dem Wiener Bürgermeister mehrmals Hilfe beim Containment angeboten, um das Virus einzugrenzen. Spätestens jetzt wäre es Zeit, diese anzunehmen. Wir müssen jetzt zusammenhelfen", betonte er in einer Mitteilung.

Ihm gehe es um die Information der Infizierten und Verdachtsfälle sowie die Überwachung der Quarantäne-Maßnahmen etwa bei Flüchtlingen, sagte er. "Es reicht nicht aus, Migranten einfach nur einen Zettel in die Hand zu drücken, um sie als Verdachtsfall zu informieren. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Quarantäne dann überhaupt eingehalten wird. Auch hier kann ich der Stadt Wien erneut anbieten, seitens der Polizei zu unterstützen." Im Wiener Rathaus wurde auf APA-Anfrage am Sonntag jedoch einmal mehr betont, dass man die Unterstützung der Exekutive als nicht nötig erachte.

Eine Mitarbeiterin einer städtischen Kinderbetreuungseinrichtung in Graz ist am Samstag positiv auf Covid-19 getestet worden. Wie die Stadt Graz am Sonntag in einer Aussendung mitteilte, stehen alle Mitarbeiter der Einrichtung sowie die betreuten Kinder unter häuslicher Quarantäne, sie sollen außerdem getestet werden. Die Kinderkrippe und der -garten bleiben bis Mitte der Woche geschlossen.