Corona-Ampel schaltet Burgenland orange. Erstmals seit Ende März leuchtet wieder eine andere Farbe als rot von der Corona-Ampel. Die weiter zurückgehenden Infektionszahlen haben dazu geführt, dass im der APA vorliegenden Arbeitsdokument der zuständigen Kommission eine Orange-Färbung für das Burgenland empfohlen wird. Das bedeutet freilich noch immer hohe Infektionsgefahr. Der Rest des Bundesgebiets bleibt rote Zone.

Von APA / NÖN.at. Update am 06. Mai 2021 (11:35)
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Sowohl bei der reinen Fallzahl als auch bei der risikoadjustierten Inzidenz, die Faktoren wie das Alter der Patienten einbezieht, liegt das Burgenland deutlich unter dem Schwellwert von 100 Infizierten auf 100.000 Einwohner. Auch Niederösterreich hat Werte unter dieser Grenze, aber noch nicht jene drei Wochen lang, die Basis für eine Änderung der Farbe sind.

Die mit Abstand schlechteste Inzidenz weist wie zuletzt üblich die Öffnungs-Testregion Vorarlberg auf, das als einziges Bundesland einen Wert von über 200 in der vergangenen Woche aufwies. Auch wenn die Zahlen zuletzt wieder etwas zurückgingen, ist das "Ländle" über zwei Wochen gerechnet das einzige Bundesland mit einem steigenden Trend. Zur Erinnerung: Ende März war Vorarlberg als einziges Bundesland noch orange geschaltet gewesen.

Recht gut sieht es bei er Abklärung der Fälle aus. Überall liegt die Aufklärungsquote über 60 Prozent, in Wien, Nieder- und Oberösterreich sogar über 70 Prozent. Stark auseinander klafft die Zahl der asymptotischen Fälle. Im Burgenland beträgt sie 47 Prozent, in der Steiermark bloß 19 Prozent. Getestet wird gemessen an der Einwohnerzahl weiter am meisten in Vorarlberg, gefolgt vom Burgenland und Wien. Schlusslicht ist wie üblich Kärnten, wo gemessen auf die Bevölkerung nur ein Viertel der Tests von Vorarlberg erreicht wird.

Erfreulich ist, dass bei den Über-65-Jährigen der Trend in allen Bundesländern rückläufig ist. Nur noch neun Prozent der Infektionen werden in diesem Alterssegment verzeichnet. Rund ein Viertel der Erkrankten ist unter 20, jeweils rund ein Drittel machen die Altersgruppen 20-39 und 40-64 aus.

Bezirk mit der niedrigsten Fallinzidenz war in der abgelaufenen Woche Waidhofen/Thaya knapp vor Hermagor, beide mit einem Wert von etwas über 27 auf 100.000 Einwohner. Mit 274 den höchsten Infektionsdruck gab es im Bezirk Imst.

Orange auf der Corona-Ampel: LH Doskozil sieht „Erfolg der Bevölkerung“  

Das Burgenland wird in der heutigen Sitzung der Corona-Ampel-Kommission als erstes Bundesland auf die Stufe Orange geschaltet. Grundlage für diese Entscheidung ist eine positive Entwicklung bei der Sieben-Tages-Inzidenz, bei der das Burgenland mit Abstand den niedrigsten Wert aller Bundesländer verzeichnet, in Kombination mit einer deutlichen Reduktion der Fallzahlen und einer sinkenden Auslastung der Spitäler.

„Das ist in erster Linie ein Erfolg der Bevölkerung, die sich diszipliniert an alle Maßnahmen hält und auch die Wichtigkeit regelmäßiger Testungen erkannt hat und mitträgt“, zeigt sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit der „Orange-Schaltung“ zufrieden. Auch die Entscheidung des Burgenlands, per 19. April aus dem harten Lockdown der Ostregion „auszusteigen“, werde durch die aktuelle Entwicklung bestätigt: „Die Orange-Schaltung der Coronaampel zeigt, dass sich unsere Impf- und Teststrategie bewährt. Das Burgenland hat sich in beiden Bereichen eine Spitzenposition in Österreich erarbeitet. Ziel bleibt, sich weiter in Richtung Normalität zu testen und zu impfen“, so LH Doskozil.

Auch die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Burgenland auf dem richtigen Weg ist: Die Zahl der aktuell SARS-CoV-2-Infizierten liegt mit 455 bei knapp einem Drittel von jener des Vormonats - und die 7-Tages-Inzidenz ist mit 71,7 die niedrigste seit Oktober des Vorjahres.

Diese Entwicklung gebe „Anlass zur Hoffnung, dass wir die Krise bis zum Sommer weitgehend in den Griff bekommen“, betont der Landeshauptmann: „Ich bedanke mich bei allen, die zu diesem Erfolg beitragen – von den Einsatzstäben bis hin zu unseren Partnern beim Impf- und Testmanagement. Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Intensivstationen und in den Krankenanstalten generell.“

Der Landeshauptmann appelliert, alle Schutzmaßnahmen auch weiterhin strikt einzuhalten. Dazu zähle vor allem regelmäßiges Testen. Ab 19. Mai seien Öffnungsschritte etwa in den Bereichen Gastronomie, Hotellerie, Beherbergungs- und Freizeitbetrieben und in der Kultur sowie bei Veranstaltungen geplant. Die Grundlage dafür werde vom Bund derzeit vorbereitet, das Burgenland bringe sich konstruktiv in diesen Prozess ein, so LH Doskozil: „Ich habe immer dafür plädiert, der Bevölkerung mit weiteren Lockerungen in Bereichen wie Tourismus, Gastronomie, Sport und Kultur eine Perspektive zu geben. Diese Öffnungsschritte sind mit großer Umsicht vorzubereiten, damit sie als eine weitere Etappe auf dem Weg zurück zur Normalität gelingen. Letztlich hängt alles davon ab, die Infektionszahlen weiter stabil niedrig zu halten“, so Doskozil.