Rückholflug der AUA aus Neuseeland in Wien angekommen. Auf dem Flughafen Wien in Schwechat ist am Freitagvormittag der vorerst letzte der vom Außenministerium organisierten Repatriierungsflüge angekommen. Die Boeing 777 der Austrian Airlines kam aus Neuseeland, wo zuvor noch nie eine AUA-Maschine gelandet war. An Bord des Fluges OS 1024 waren 288 Passagiere.

Von APA, Redaktion. Update am 10. April 2020 (13:02)
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APA (Archiv/Jäger), APA (Archiv/Jäger)

Die "Triple Seven" mit dem Namen "Spirit of Austria" und dem Kennzeichen OE-LPD war Sonntagabend in Wien abgeflogen. Die Route lautete Kuala Lumpur - Christchurch - Auckland - Kuala Lumpur - Wien. Die in Neuseeland an Bord genommenen Passagiere stammten überwiegend aus Österreich, aber auch aus anderen europäischen Ländern, teilte das Außenministerium mit. Unter ihnen waren 30 minderjährige Austauschschüler und etliche ältere Personen sowie Familien mit Kleinkindern.

OS 1024 war der 39. vom Außenministerium organisierte Repatriierungsflug. 7.500 Personen seien dadurch bisher zurück nach Österreich gebracht worden.

Die Heimreise der Austauschschüler wurde dem Ministerium zufolge aufgrund der strikten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zu einer großen Herausforderung. Die erfolgreich abgeschlossene Rückholaktion der Kinder sei das Resultat enger Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der zuständigen Botschaft in Canberra, den ehrenamtlichen Honorarkonsulen in Christchurch (Ursula Rack) und Auckland (Reinhold Göschl) sowie den Gastfamilien in Neuseeland und den Eltern in Österreich.

Aufgrund der zeitweisen Aussetzung der Repatriierungsflüge nach Verhängung der höchsten Schutzmaßnahmen seitens der neuseeländischen Behörden sei etwa ein Schüler gestrandet. Er wurde laut Ministerium daraufhin für zwei Wochen vom Konsulat in Christchurch aufgenommen und versorgt. Nicht zuletzt habe die Anreise zu den Flughäfen Christchurch und Auckland für die Passagiere teilweise mehr als acht Stunden gedauert und sei nur mit Flugbestätigung und Passierschein der Botschaft möglich gewesen.

"Mit der heutigen Landung der Maschine aus Neuseeland ist die Phase der großen Rückholflüge fürs Erste beendet", betonte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP). "Wir sind nun in der Phase der Einzelfallbetreuung angekommen. Die verbleibenden gestrandeten Österreicherinnen und Österreicher werden selbstverständlich weiterhin von unseren Botschaften und Konsulaten vor Ort betreut, denn ganz entscheidend ist für mich: Wir lassen niemanden im Stich, der unverschuldet in eine Notlage geraten ist!"

Die österreichischen Vertretungen würden sich intensiv darum bemühen, gestrandeten Österreichern die Rückreise auf Notflügen europäischer Partner zu ermöglichen, sofern es keine Linienflüge mehr gibt, sagte Schallenberg weiter. In jenen Fällen, wo aufgrund von Ausgangssperren, Reisebeschränkungen oder Quarantänebestimmung schlicht keine Möglichkeit mehr bestehe, das Land oder die Region zu verlassen, gebe es volle konsularische Hilfe, etwa bei der Suche nach Unterkünften, der medizinischen Versorgung oder beim Kontakt mit lokalen Behörden.

Mit Stand Karfreitag waren laut Schallenberg-Sprecherin Claudia Türtscher noch 3.000 Österreicher im Ausland. Sie hielten sich in etwa 80 Ländern auf. 850 von ihnen wollten heim.

Neuseeland-Flug war für AUA-Crew eine "Mission"

Der Repatriierungsflug aus Neuseeland in der Corona-Krise ist für die Crew von Austrian Airlines eine "Mission" gewesen. Sogar ein eigenes Abzeichen wurde deshalb zur Erinnerung angefertigt. Sieben Piloten und zwei komplette Kabinenbesatzungen waren seit Sonntagabend und damit viereinhalb Tage lang - freiwillig - unterwegs, um vor allem Österreicher nach Hause zu bringen.

Der Flug nach Neuseeland war selbst für Wolfgang Eisenhut "Neuland", wie er Freitagvormittag nach der Landung in Wien im Gespräch mit der APA betonte. Der Kapitän ist immerhin dienstältester Pilot in den Reihen der AUA. Die Strecke sei ebenso neu gewesen wie die Flughäfen in Christchurch und Auckland. Es habe ein eigenes Routenhandbuch gegeben, ergänzte Kapitän Johannes Rehm.

Die "Mission" sei "gut gelaufen" und "der längste Flug in der Geschichte meiner Firma" gewesen, erinnerte Eisenhut. "Wir sind happy, es machen zu dürfen", sprach er auch für seine Kollegen. "Danke, dass ihr uns nach Hause gebracht habt", habe die Besatzung nicht nur am Freitag von den Passagieren gehört.

Von den sieben Piloten seien ein Kapitän und zwei Erste Offiziere auf dem Hinflug in Kuala Lumpur ebenso wie eine Kabinenbesatzung aus- und am Donnerstagabend (MESZ) für die Rückreise wieder zugestiegen, erläuterte Rehm. Es sei gar nicht leicht, eine derartige "Mission" auf die Beine zu stellen, gehe es doch dabei auch um eine Vielzahl an Genehmigungen. Überflüge und Einreise nannte der Kapitän dabei als Beispiele.

Etwa 30 Stunden waren seit dem Einsteigen in Christchurch vergangen, sagte Rehm nach der Landung der Boeing 777 in Schwechat. Dann wurde es wieder sehr still auf dem Flughafen Wien. Auf dem Vorfeld war sogar das Zwitschern der Vögel zu hören.