Verdächtiger im Mordfall Susanna geständig. Der Verdächtige im Mordfall Susanna hat die Tat nach Angaben der Polizei im Nordirak gestanden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. Juni 2018 (14:15)
Susanna wurde vergewaltigt und ermordet
APA/ag.

"Als wir ihn verhörten, hat der junge Mann aus Kurdistan gestanden, die junge Deutsche getötet zu haben", sagte der Polizeichef der nordwestirakischen Stadt Dohuk, Tarik Ahmad, am Samstag.

Der 20-Jährige habe ausgesagt, dass er mit Susanna befreundet war und in Streit geraten sei. "Er sagte, er habe das junge Mädchen getötet, als es gedroht habe, die Polizei zu rufen", sagte Ahmad. Bei einer späteren Pressekonferenz ergänzte der Polizeichef, der Verdächtige habe zugegeben, das Mädchen erwürgt zu haben.

Der junge Mann war in der Nacht auf Freitag im Nordirak von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass er die 14-jährige Susanna aus Mainz vergewaltigt und getötet hat. Ihre Leiche wurde am Mittwoch in Wiesbaden gefunden, nachdem der mutmaßliche Täter Anfang Juni mit seiner Familie von Düsseldorf aus über die Türkei in den Nordirak geflohen war.

Nach Angaben lokaler Sicherheitskräfte soll er auf dem Landweg in den Nordirak gereist sein. Er habe den Übergang Ibrahim Chalil an der Grenze zur Türkei passiert und sei am Freitagfrüh in der nahe gelegenen Stadt Zakho festgenommen worden, hieß es am Samstag aus kurdischen Sicherheitskreisen.

Demnach erhielten die kurdischen Sicherheitskräfte im Nordirak vorab die Information, dass der Gesuchte einreisen wolle. Sieben Stunden später sei er festgenommen worden. Auch vom internationalen Flughafen in der Stadt Erbil hieß es, der Verdächtige sei nicht mit einem Flugzeug ins Land gekommen.

Der 20-Jährige hatte zuletzt in einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft gelebt. Sein Asylantrag war im Dezember 2016 abgelehnt worden, wogegen er geklagt hatte. Gegen ihn sind mehrere Strafverfahren anhängig, unter anderem wegen Raubüberfalls.

Medienberichten zufolge soll er sich bereits im Gewahrsam von Beamten der deutschen Bundespolizei befinden und von diesen zum Zweck der Strafverfolgung zurück nach Deutschland gebracht werden. Unbestätigten Meldungen zufolge soll ein Flugzeug mit dem Verdächtigen bereits am Samstagabend in Frankfurt landen.