Marketz offiziell zum neuen Kärntner Bischof ernannt. Der neue Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt heißt Josef Marketz. Vergangene Woche waren diesbezügliche Gerüchte aufgetaucht, am Dienstag machte der Vatikan es in seinem täglichen Bulletin offiziell: Der 64-jährige Kärntner Slowene wird die Geschicke der Diözese lenken, die Sedisvakanz seit dem Wechsel von Bischof Alois Schwarz nach St. Pölten vor eineinhalb Jahren findet damit ihr Ende.

Von APA, Redaktion. Update am 03. Dezember 2019 (15:42)
Der Kärntner Caritas-Direktor Marketz wird Bischof
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Marketz wird sein Amt als 66. Kärntner Diözesanbischof am 2. Februar antreten. Dann wird er von Lackner zum Bischof geweiht, erklärte die Kärntner Kirche. Marketz selbst bezeichnete seine neue Aufgabe als "wichtiger, aber gewiss nicht einfacher Dienst". Der Öffentlichkeit wird sich Marketz am Freitag um 11 Uhr im Bischofshaus vorstellen.

Der derzeitige Leiter der Diözese, Militärbischof Werner Freistetter, der am Freitag ebenfalls dabei sein wird, erklärte in einer ersten Stellungnahme, er freue sich außerordentlich über die Ernennung. Als langjähriger Direktor der Caritas in Kärnten sei Marketz mit den Menschen und der Kirche in Kärnten eingehend vertraut.

Freistetter: "Ich bin davon überzeugt, dass er den Weg zu einem versöhnten Miteinander in der Kirche in Kärnten weiter beschreiten wird." Freistetter, der seit Ende Juni apostolischer Administrator der Diözese ist, meinte, er sehe es als eine seiner letzten Aufgaben hier in Kärnten an, dem neuen Bischof einen guten Start zu ermöglichen.

Marketz erklärte, er habe sich "lange allein schon gegen den Gedanken gewehrt, dass das Amt mir anvertraut werden könnte, da ich mit Leib und Seele Direktor unserer Caritas in Kärnten bin". Nun sei es trotzdem soweit gekommen. Er freue sich auf die zukünftigen Begegnungen mit den Menschen und die Zusammenarbeit mit allen, die sich beruflich und ehrenamtlich für die Kirche in Kärnten engagieren würden.

In Richtung des Domkapitels sagte Marketz: "Ich danke allen, die in der langen Zeit der Sedisvakanz mit Arbeit und Gebet Verantwortung für die Diözese übernommen haben und bitte alle Kärntnerinnen und Kärntner um ihr Gebet und um tatkräftige Unterstützung bei meinem Hirtenamt im Dienst der Menschen in unserem Land, insbesondere der Armen und Ausgegrenzten."

Für Kardinal Christoph Schönborn ist die Ernennung Marketz' eine "gute, erfreuliche Entscheidung". Dass nach langen Jahren wieder ein gebürtiger Kärntner Bischof in der Diözese Gurk-Klagenfurt werde und dass dieser nun erstmals der slowenischen Volksgruppe angehöre, sei ein "wichtiges Zeichen für Österreich", sagte er via "Kathpress".

Schönborn glaubt, dass Marketz in Kärnten "sehr positiv" als Bischof aufgenommen werde, "und dass er diesen Dienst wirklich zum Wohl und zur Freude der Menschen wahrnehmen wird". Die Volksgruppen erhielten durch die Bischofsernennung einen besonderen Akzent, findet der Kardinal.

Schwarz reagierte "mit großer Freude"

Der St. Pöltener Bischof Alois Schwarz hat am Dienstag angesichts der Ernennung von Josef Marketz zum Kärntner Bischof und somit zu seinem Nachfolger gegenüber "Kathpress" mit "großer Freude" reagiert. Er habe ihn als "menschennahen Seelsorger" schätzen gelernt, "als weltkirchlich engagierten und über Grenzen hinaus denkenden Menschen, (...) als Wegbegleiter".

Das Domkapitel mit Dompropst Engelbert Guggenberger teilte in einer kurzen Stellungnahme mit, man heiße Marketz "als neuen Bischof der Diözese Gurk herzlich willkommen und sichert ihm Unterstützung und Loyalität zu". Das Domkapitel freue sich, dass ein Priester aus der Diözese bestellt werde.

Marketz bringe "reiche seelsorgerische und administrative Erfahrung" mit. "Als neuer Bischof steht er ganz im Sinne von Papst Franziskus für eine Kirche, die von Jesus Christus her für den Menschen da ist."