Vergewaltigungsversuch - Angeklagter enthaftet. Nachdem sich im Prozess um die versuchte Vergewaltigung einer jungen Studentin am heurigen Donauinselfest das Gericht zur zeugenschaftlichen Einvernahme der 21-jährigen Frau auf unbestimmte Zeit vertagt hatte, setzte es noch eine Überraschung. Der Senat gab einem Enthaftungsantrag von Verteidigerin Alexandra Stuefer Folge.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. August 2017 (16:25)
Vorläufige Bewährungshilfe wurde angeordnet
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Der 19 Jahre alte Afghane wurde gegen gelindere Mittel nach sechswöchiger U-Haft auf freien Fuß gesetzt. Der Senat geht zwar weiter von dringendem Tatverdacht in Richtung versuchter Vergewaltigung und geschlechtlicher Nötigung aus. Bei einem unbescholtenen Angeklagten in fast noch jugendlichem Alter sei aber nicht zwangsläufig anzunehmen, dass dieser erneut strafbare Handlungen begehen wird, so dass in Verbindung mit speziellen Weisungen die U-Haft aufgehoben werden könne, erläuterte Richter Norbert Gerstberger. Der Angeklagte muss sich nun wöchentlich bei Gericht melden und ehebaldigst eine Wohnanschrift und eine Beschäftigung nachweisen.

Zudem wurde vorläufige Bewährungshilfe angeordnet. Außerdem soll ein psychiatrisches Gutachten eingeholt werden, um abzuklären, ob bei dem 19-Jährigen überhaupt Zurechnungsfähigkeit gegeben ist. In den jugendgerichtlichen Erhebungen finden sich Hinweise auf eine verzögerte sexuelle Reife des Afghanen.