Drogba und Aurier ließen "Elefanten" jubeln. Der 36-jährigen Altstar Didier Drogba in der Jokerrolle und WM-Debütant Serge Aurier als zweifacher Assistgeber haben beim 2:1-Erfolg der Elfenbeinküste über Japan am Samstag den erfolgreichen Kontrast geboten. "Heute hatte ein Junger das Sagen", befand Drogba, der seinerseits höchstes Lob erhielt. "Drogbas Einwechslung war entscheidend", befand Coach Sabri Lamouchi.

Erstellt am 15. Juni 2014 (12:21)

Als Drogba nach gut einer Stunde aufs Feld kam, zeigte sich, wie wertvoll er auch als Joker sein kann. Der Galatasaray-Stürmer, der im Mai an der Leiste operiert worden war und kaum Spielpraxis hat, sorgte prompt für Unruhe in der japanischen Abwehr. Zwei Minuten später "klingelte" es dann auch schon im japanischen Kasten. Bei beiden Toren hatte Drogba seine Füße zwar nicht im Spiel, allein die Präsenz des körperlich robusten Stürmers schien seine Kollegen aber zu beflügeln und verschaffte ihnen Freiräume. "Als er auf dem Feld war, hat er gezeigt, was für ein großartiger Spieler er ist. Er hat den Unterschied ausgemacht", konstatierte Lamouchi.

Bei beiden Kopfball-Treffern agierte Aurier als Vorbereiter, einmal für Wilfried Bony, mit 17 Toren für Swansea die Entdeckung der Premier-League-Saison, nur zwei Minuten darauf für Gervinho. Ein Jungspund wie Aurier, 21-jähriger Rechtsverteidiger von Toulouse, kommt den alternden "Elefanten" wie gerufen. Schließlich ist der Auftritt der Elfenbeinküste auch das letzte Schaulaufen einer goldenen Generation um Drogba, Kolo Toure und Didier Zokora (beide 33).

"Es ist gut zu sehen, dass die neue Generation ankommt", meinte Drogba. "Serge hat uns Energie und Balance verliehen und ein fantastisches Spiel gemacht." Aurier selbst musste das erst verarbeiten: "Ich kann es nicht glauben. Es ist meine erste WM und ich habe dem Team geholfen, zu gewinnen. Es ist wie ein Traum", sagte Aurier, der gerüchteweise mit einem Wechsel zu Arsenal in Verbindung gebracht wird. "Die Flanken waren perfekt", lobte Bony, der mit seinen Kollegen genau diesen Spielzug am Tag davor eine Stunde lang geübt hatte: "Ich musste meinen Kopf nur noch hinhalten."

Während die Elfenbeinküste im kommenden Spiel gegen Kolumbien (3:0 gegen Griechenland) am Donnerstag den nächsten Schritt tun kann, stehen die Japaner gegen die Griechen bereits mit dem Rücken zur Wand. Trotz der zwischenzeitlichen Führung durch Keisuke Honda (16.) fanden die "Samurai" gerade in der Offensive nie zu ihrem Spiel, ManUnited-Akteur Shinji Kagawa blieb wirkungslos. Schließlich ergab sich der Asienmeister seinem Schicksal.

Coach Alberto Zaccheroni monierte vor allem die fehlende Intensität. "Zwei Tore in zwei Minuten zeigen einen Mangel an Konzentration", befand der Italiener und ärgerte sich zudem über die lasche Defensive: "Im Sechzehner sind sie (die Elfenbeinküste, Anm.) körperlich überlegen, und wir hätten sie davon abhalten müssen, hereinzukommen und frei zu schießen. Zudem hätten wir die Flanken ihrer Außenspieler unterbinden müssen." Nun gelte es, die "Moral hochzuhalten. Wir haben schon viel besser gespielt, und wenn wir das wieder tun, werden wir auch die Resultate bekommen", betonte Zaccheroni.