Großglockner Hochalpenstraße ab Freitag wieder offen. Nach drei Wetterstürzen mit viel Neuschnee und starken Windverfrachtungen ist am Mittwoch auf der Großglockner Hochalpenstraße mit acht Tagen Verspätung der "Durchstich" erfolgt.

Von APA Red. Erstellt am 08. Mai 2019 (14:02)
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Mit einer Woche Verspätung treffen die Räumtrupps aufeinander

Beim Hochtor auf 2.504 Meter Seehöhe trafen die Räumtrupps von Salzburger und Kärntner Seite aufeinander und haben damit die Straße vom Schnee befreit. Die Verbindung wird Freitag, 10. Mai, für die Saison 2019 geöffnet.

"Wir haben heuer am 8. April mit der Räumung begonnen", erklärte Betriebsleiter Peter Embacher im APA-Gespräch. "Im Gegensatz zu den Nordalpen ist in diesem Winter im Glocknergebiet auch nicht allzu viel Schnee gefallen." Mit den großen Rotationspflügen aus den 1950er-Jahren seien die Räumtrupps darum zunächst gut vorangekommen.

Ein erster Wettersturz Ende April brachte dann aber bis zu 80 Zentimeter Neuschnee und wehte die Panoramastraße teilweise wieder komplett ein. "Weil der Neuschnee nicht mehr so kompakt ist, ist die Räumung dann aber deutlich aufwendiger", berichtete Embacher. Als man schließlich glaubte, endlich den Durchstich vor Augen zu haben, fiel in der Vorwoche noch einmal Schnee und machte eine erneute Räumung notwendig. Die Schneewände entlang der Mautstraße sind heuer übrigens stellenweise acht bis zehn Meter hoch.

Die Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe wird laut Embacher wahrscheinlich Anfang nächster Woche geöffnet. Die Mitarbeiter der Großglockner Hochalpenstraße müssen zuvor noch vereinzelt Lawinen absprengen. 2018 hat die Straßenbetreibergesellschaft GROHAG (Großglockner Hochalpenstraßen AG) auf der Gebirgsstraße eine Million Besucher und über 300.000 Pkw, Busse und Motorräder verzeichnet. Einzig in den 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre waren noch mehr Fahrzeuge auf der hochalpinen, 47,8 Kilometer langen Maut- und Panoramastraße unterwegs.

Die guten Zahlen aus dem Vorjahr dürften sich aber heuer nicht wiederholen lassen. "Zum einen war der Wetterverlauf 2018 geradezu optimal. Besonders im Juni, Juli und August herrschte hervorragendes Wetter", sagte GROHAG-Vorstand Johannes Hörl zur APA. "Das wird heuer schwieriger. Die Meteorologen sagen, dass der Mai durchwachsen wird. Es soll weiter Niederschläge geben, was in der Höhe zu dieser Jahreszeit noch zu Straßensperren führen kann."

Heuer steht für die Gebirgsstraße übrigens eine wichtige Entscheidung an: Anfang Juli berät das Welterbekomitee der UNESCO in Baku (Aserbaidschan), ob die Großglockner Hochalpenstraße in die Welterbeliste aufgenommen wird.