Aufräumarbeiten in österreichischem Unwettergebieten. Nach den heftigen Unwettern mit schweren Schäden am Wochenende in den Salzburger Gebirgsgauen sind am Dienstag wieder alle Pässe und Gebirgstäler befahrbar. Die Nordrampe der Katschbergstraße (B99) wurde am Montag um 18.00 Uhr zwischen Untertauern und Obertauern (Pongau) für den Verkehr freigegeben. Laut Polizei ist die Straße mit leichten Behinderungen passierbar.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. August 2017 (12:04)
Bundesheer-Pioniere leisteten Assistenzeinsatz
APA (BMLVS)

Eine erste Bestandsaufnahme habe ergeben, dass die B99 streckenweise stark beschädigt sei und massive Sanierungsmaßnahmen erforderlich seien, erklärte Verkehrslandesrat Hans Mayr. 35 Mitarbeiter der Straßenmeistereien seien allein in den Bezirken Pongau und Lungau mit 15 Lastwagen, drei Baggern, zwei Radladern und einem Ladekran seit Sonntag im Einsatz gestanden, um vermurte Straßen wieder freizumachen.

Die größten Schäden gab es im Pongau. Doch auch in den anderen Gebirgsgauen sind die Aufräumarbeiten noch im Gange. Die Großarler Straße (L109) ist seit Montag in der Früh wieder befahrbar, ebenso die Südrampe der Katschbergstraße im Lungau. Dort wurden seit Samstag rund 2.000 Kubikmeter Geröll- und Erdmassen beseitigt. Laut dem Landesrat sind die Bediensteten der Straßenmeisterei im Pinzgau vor allem mit dem Freiräumen von vollgefüllten Schotterfängen beschäftigt.

In Kärnten haben am Dienstag die Aufräumarbeiten nach dem schweren Unwetter vom Sonntag weiter angedauert. Die Stromversorgung war wieder flächendeckend hergestellt, die Österreichische Hagelversicherung bezifferte den Schaden in der Kärntner Landwirtschaft auf rund eine Million Euro.

Mais- und Sojakulturen, aber auch Grünland wurden in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem in den Bezirken Spittal an der Drau und St. Veit an der Glan verzeichnete die Hagelversicherung Schadensmeldungen. Hagel und Überschwemmungen hätten in der Kärntner Landwirtschaft im Jahr 2017 bereits sechs Millionen Euro Schaden angerichtet, hieß es von der Versicherung.

90 Bundesheer-Pioniere aus Villach haben unterdessen am Dienstag in der Früh in der Steiermark mit den Arbeiten zur Wiederherstellung von Brücken bzw. zum Lösen von Verklausungen und Ausbaggern von Rückhaltebecken begonnen. Dies teilte das Militärkommando Steiermark mit. Durch die Wetterberuhigung sanken auch die Pegelstände der Flüsse, in Graz konnten einige Murwege wieder freigegeben werden.

45 Soldaten des Heeres standen mit zwei Hubschraubern des Typs Alouette III schon am Montag im Katastrophengebiet im Raum Öblarn und Donnersbachwald im steirischen Ennstal (Bezirk Liezen) im Einsatz. Die 90 Soldaten des Pionierbataillon 1 aus Villach begannen in der Früh mit Vorbereitungsarbeiten zur Wiedererrichtung von drei zerstörten Brücken in der Großsölk. Ferner standen das Ausbaggern eines Rückhaltebeckens im Raum Öblarn und das Lösen von Verklausungen im Walchenbach in Öblarn auf dem Arbeitsplan.

Die Soldaten vom Baupionier- und Katastrophenhilfeeinsatzzug des Militärkommandos Steiermark unterstützten am Dienstag weiter die Feuerwehren und private Helfer bei den Aufräumarbeiten in Donnersbachwald. Hier galt es, zwei vermurte Wohnhäuser freizuschaufeln und Schwemmmaterial sowie Treibgut mit einem Kranschaufel-Lkw abzutransportieren.