Bahn-Streiks am Montag: Keine Störung im Pendlerverkehr. Die Eisenbahner werden am Montag zwischen 12 und 14 Uhr die Arbeit niederlegen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 23. November 2018 (16:30)
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Um die Mittagszeit halten sich die Schäden in Grenzen

Wo und welche Bahngesellschaften genau betroffen sind, ließ vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit am Freitag im "ORF-Mittagsjournal" noch offen. Weitere Verzögerungen nach 14 Uhr seien aber nicht ausgeschlossen, räumte er ein. Ausdrücklich sei die Zeit gewählt worden, um den Pendlerverkehr möglichst wenig zu stören.

"Wir wollen die Unterstützung der Fahrgäste nicht verlieren und werden deshalb bei diesem ersten Warnstreik besonders Rücksicht nehmen auf die Pendlerinnen und Pendler", so Hebenstreit. Bisher hätten Umfragen großes Verständnis der Fahrgäste ergeben. Auch sei die Gewerkschaft das ganze Woche verhandlungsbereit - sollten die Arbeitgeber ein stark nachgebessertes Angebot vorlegen.

Unterdessen appellierten alle Seiten an die Gewerkschaft, doch noch weiterzuverhandeln und einen Streik am Montag zu vermeiden. Appelle zu weiteren Verhandlungen kamen unter anderem von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), ÖVP-Verkehrssprecher Andreas Ottenschläger und den ÖBB als mit Abstand größtem Bahnunternehmen.

Auch Gewerkschafts-Chef Roman Hebenstreit sagte am Freitag "Wir haben noch viel Zeit bis Montag ... jeder hat meine Handynummer, ... wir sind gerne bereit, weitere Verhandlungen auch über das Wochenende zu führen". Allerdings müssten die Arbeitgeber dazu ein "substanzielles" Angebot legen.

Die ÖBB bemüht sich jetzt schon, dem Kundenärger vorzubeugen, auch wenn die Gewerkschaft mit dem Streik um die Mittagszeit ausdrücklich die Pendler möglichst wenig treffen will. Bahnkunden sollten sich am Montag auf allen sozialen Medien aber auch über Durchsagen auf Bahnhöfen über die Streiks informieren, teilten die ÖBB mit.

Bahngewerkschaft und Arbeitgeber haben inzwischen acht Verhandlungsrunden für einen neuen Kollektivvertrag ohne Einigung hinter sich gebracht. Die Arbeitgeber bieten nach eigener Berechnung drei Prozent mehr Lohn, die Arbeitnehmer sehen eine deutlich geringere Steigerung ,nur knapp über der Inflationsrate, unter anderem weil es seit dem Auslaufen des alten KV im Juni eine mehrmonatige Lücke gibt. Hebenstreit nennt das Angebot der Arbeitgeber "unwürdig". Konkrete eigene Forderungen nennt die Gewerkschaft nicht, die Arbeitgeber sagen aber, dass die Summe aller Forderungen zu einer Mehrbelastung von zehn Prozent führen würde.

Die Westbahn verkündete unterdessen, dass ihre Mitarbeiter nicht am Streik teilnehmen würden. Dennoch könne es wegen Nebenwirkungen des Streiks auch auf der Westbahn zu Verspätungen kommen.