Linz AG entzog Black Wings die Eishalle. Im Linzer Eishockey-Streit wird es für die Black Wings eng. Während der neu gegründete "Eishockey-Verein Linz" den Antrag auf Liga-Aufnahme fristgerecht abgab, steht der Club von Präsident Peter Freunschlag seit Dienstag ohne Spielstätte da. Hallen-Eigentümer Linz AG gab bekannt, dass der per 30. April auslaufende Pachtvertrag nicht verlängert wird und das Unternehmen das Sponsoring beendet.

Von APA, Redaktion. Update am 14. April 2020 (18:18)
Die Black Wings Linz stehen ohne Spielstätte da
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Im Streit zwischen Freunschlag und seinen bisherigen Vorstandsmitgliedern geht es Schlag auf Schlag. Und das Pendel schlägt in Richtung EV Linz. Einen Tag nach Bekanntgabe der Gründung und noch vor einer konstituierenden Sitzung, die für kommende Woche angedacht ist, "wechselte" die Eishalle die Seiten.

"Die Ereignisse der letzten Wochen haben uns an einen Punkt gebracht, an dem wir kein Vertrauen mehr in die aktuelle Führung haben. Ein Verein beruht auf einem Team und auf einer breiten Basis. Die Voraussetzungen dafür sehen wir nicht mehr als gegeben an", erklärte Linz-AG-Generaldirektor Erich Haider in einer Pressemitteilung, in der das Unternehmen das Ende des Pachtvertrags und der Sponsortätigkeit bekanntgab.

Die Linz AG war bisher einer der zwei Hauptsponsoren der Black Wings neben Liwest. Haider schlug sich im Streit zwischen Freunschlag und seinen drei Vize-Präsidenten sowie Manager Christian Perthaler auf die Seite von Karl Egger, Peter Zauner und Peter Matausch. Diese hatten am Ostermontag die Gründung eines "Eishockey-Verein Linz" angekündigt, der auf breite Unterstützung von Sponsoren, Politik und Fans bauen kann.

Der EV Linz will in der kommenden Saison an der Liga teilnehmen und gab am Dienstag den Antrag ab - laut Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger einen Tag, bevor laut Statuten die Frist dafür ablief. Dem EV Linz wird nun die rund 20-seitige Anforderungsliste übermittelt.

"So eine besondere Situation hatten wir seit Gründung der Liga noch nie zu behandeln. Selbstverständlich gab und wird es weitere Gespräche mit beiden Clubführungen geben, um die bestmögliche Lösung für den Sport zu finden. Grundsätzlich muss diese Causa aber innerhalb der Eishockey-Familie in Linz gelöst werden", so Feichtigner.

Eine Voraussetzung für die Liga-Teilnahme ist eine Halle. Die fehlt nun den Black Wings, während der neue Verein den ersten Grundstein stehen hat. "Selbstverständlich wird die LINZ AG Eisarena weiterhin dem Eishockeysport zur Verfügung stehen. Dies allerdings nur unter der Voraussetzung eines demokratischen Vereins, welcher auf einer breiten Basis aufgebaut ist und von einem Team getragen wird", hieß es.

Im Zusammenhang mit dem Streit der Linzer Clubs meldete sich die österreichische Eishockey-Liga zu Wort. Demnach sei eine Aufnahme des Linzer Eishockey-Vereins in die Liga möglich, es wurde allerdings sowohl an den neu gegründeten Club als auch an die Black Wings appelliert, eine Einigung zu finden. Liga-Präsident Karl Safron meinte: "Für uns als Liga ist der Eishockey-Standort in Linz von sehr hoher Wichtigkeit. Wir appellieren an die Vernunft beider Lager und hoffen auf eine Lösung im Sinne des Sports. Beide Organisationen haben nun die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen."

Die weitere Vorgehensweise und der zeitliche Ablauf der nun nacheinander erforderlichen Schritte werde auf Basis der Ligastatuten und der Grundregeln der Eishockey-Liga in den kommenden Tagen vom Liga-Präsidium festgelegt, hieß es. Nach Vorliegen aller notwendigen Informationen ergeht ein Bericht an die Generalversammlung der Liga, wo - sofern es keine einvernehmliche Lösung beider Parteien gibt - über die weitere Vorgehensweise entschieden werden muss.

Unabhängig von den Diskussionen in Linz ist das Aufnahmeverfahren für die Bratislava Capitals, die in der Saison 2020/21 das Teilnehmerfeld als zwölfte Mannschaft komplettieren könnten, weiterhin im Gange. Die wirtschaftliche Prüfung soll in den kommenden Tagen abgeschlossen werden. Der Abschlussbericht wird in weiterer Folge den Mitgliedsvereinen vorgelegt, die, wie in jedem Aufnahmeverfahren üblich, über die Aufnahme der Bratislava Capitals entscheiden.