NHL-Stürmer Raffl fühlt sich für WM gut vorbereitet. Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft holt sich derzeit in Wien den Feinschliff für die A-WM ab 10. Mai in Bratislava.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. Mai 2019 (14:38)
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WM nähert sich mit Riesenschritten

Teamchef Roger Bader hat für die abschließenden Testspiele am Sonntag (16.15 Uhr) gegen Dänemark und am Dienstag (19.15) gegen Rekordweltmeister Kanada erstmals seinen gesamten WM-Kader zur Verfügung. Auch Michael Raffl ist am Mittwoch in die finale Vorbereitung eingestiegen.

So wie im Vorjahr, als das ÖEHV-Team in Kopenhagen erstmals nach 14 Jahren wieder den Klassenerhalt schaffte, ist Raffl auch heuer die einzige Verstärkung aus der NHL. Diesmal fühlt er sich aber besser vorbereitet, auch wenn in Kärnten keine Halle mehr für das Eis-Training zur Verfügung gestanden ist.

"So schlimm wie letztes Jahr kann es gar nicht sein. Da war ich zwei Wochen gar nicht auf dem Eis, hatte ein Training und dann bei der WM gleich ein Spiel", erinnerte er sich an den für ihn unbefriedigenden WM-Einstand. Im entscheidenden Spiel wurde er dann aber der erhoffte Leistungsträger.

Heuer soll es von Anfang an funktionieren. Nach dem Aus der Philadelphia Flyers im NHL-Grunddurchgang konnte der 30-Jährige zu Hause in Villach abschalten, seit Mittwoch steht wieder hartes Training auf dem Programm. "Es war genügend Zeit, jetzt bin ich ausgerastet und bereit und freue mich wirklich", betonte Raffl, der sich an die intensiven Einheiten wieder gewöhnen musste. "In den ersten drei Tagen habe ich mich gequält, das war schon sehr hart", sagte er.

In den zwei Testspielen sollen sich nun die Linien finden, Powerplay und Unterzahl geübt werden und vor allem die Anpassung an die hohe Intensität gelingen. "Die ersten Trainings sind immer grässlich, das erste Spiel sowieso. So eine Intensität bekommst du im Training nicht, dass du es mit einem Spiel vergleichen kannst", erklärte der Flügelstürmer.

Bei der WM will er sich dann jene Erfolgserlebnisse holen, die ihm in Philadelphia in dieser Saison abgegangen sind. Die Flyers waren im November und Dezember Schlusslicht, die Aufholjagd ab Jänner blieb ohne Happy End. "Wir sind eine bessere Mannschaft als wir gezeigt haben, aber wenn du so viel verlierst und so weit hinten bist, wird es extrem schwierig. Wenn du sieben Spiele vor Schluss weißt, du schaffst es nicht ins Play-off, ist das eines der schlimmsten Erlebnisse, die ich im Eishockey hatte", erzählte Raffl, der seinen Vertrag in Philly um zwei Jahre verlängert hat.

In Bratislava soll dagegen am 20. Mai nach dem abschließenden Spiel gegen Aufsteiger Italien Feierstimmung herrschen. So, wie vor einem Jahr in Kopenhagen. "Wir haben gelernt, wie man bei einer A-WM spielt, nicht nur nach vorne gehen, sondern vielleicht defensiv zuerst denken. Im Spiel gegen Weißrussland (Anm.: 3:0) haben wir das am besten gelöst, seit ich beim Nationalteam bin, da sind immer alle fünf zurück. Das ist der Schlüssel, dass alle an einem Strang ziehen und zuerst verteidigen", erklärte Raffl.

Zunächst steht aber Dänemark auf dem Programm. "Dänemark ist vergleichbar mit Norwegen", erklärte Teamchef Bader mit Hinblick auf den WM-Gruppengegner. Zweimal ist es in dieser Saison schon gegen die Dänen gegangen: Im November gewann Österreich in Danzig mit 2:1 nach Verlängerung, im Februar in Klagenfurt siegten die Dänen 4:2. "Wir kennen sie, nur haben sie jetzt bessere Spieler dabei", sagte Bader. Als einziger der sechs dänischen NHL-Spieler ist Mikkel Bödker, Stürmer der Ottawa Senators, in Wien zu sehen.

Zwei Tage später folgt das abschließende Highlight mit der WM-Generalprobe gegen Kanada, das mit vielen NHL-Stars angereist ist. Teamchef der Kanadier ist Alain Vigneault, künftiger Trainer der Philadelphia Flyers und damit auch von Raffl. Für den Villacher tut das nichts zur Sache: "Darüber mache ich mir keine Gedanken, das ist im Oktober so weit. Jetzt bin ich mit meinen Boys da. Wer drüben auf der Bank steht, interessiert mich weniger."