Klimafonds für "Informationen auf Augenhöhe". Was erneuerbare Energien betrifft, so sind den Österreichern hier zwar die gängigen Formen wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft bekannt, insgesamt schätzen sie ihr Wissen - wie jenes um Klimaschutz - als eher schlecht ein.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 16. Dezember 2017 (09:26)
Es gibt noch mehr zu Sonnen-, Wind- und Wasserkraft zu wissen
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Das ergab eine aktuelle Umfrage des Klima- und Energiefonds (KliEn). "Ein Informationsdefizit, an dem man arbeiten muss", ortete daher Geschäftsführerin Theresia Vogel.

Auf die Umfrage, die im Rahmen des Projekts "Bürgerdialog.Energiezukunft" durchgeführt und bei der im Auftrag des Klimafonds rund 1.009 Österreicher befragt wurden, folgten Workshops mit Bürgern und Experten in fünf österreichischen Städten, um zu ergründen, wie Barrieren zwischen den beiden beteiligten Gruppen abgebaut werden können. "Unser Thema ist es, bei der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Energiewende zu erregen", nannte Vogel im Gespräch mit der APA das Ziel dahinter.

Denn es reiche nicht zu wissen, wie Menschen zum Thema innovative Energietechnik stehen: "Innovation kann nur mit dem Nutzer stattfinden". Denn letztlich liege die Entscheidung über den Markt beim Konsumenten, der die Kaufentscheidung trifft, indem er etwa auf E-Mobilität oder Photovoltaik umsteigt. "Bei der Energiewende brauche ich alle, sonst wird das eine Elitenwende, und das wird nicht sehr viel bringen. Wenn nur die obersten zehn Prozent mitmachen, wird man die Ziele von Paris und aus den EU-Verpflichtungen nicht erfüllen können", gibt die Geschäftsführerin zu bedenken.

Es braucht daher eine Verbindung zum "Alltag". Auch in Deutschland trete man verstärkt mit dem Bürger in Kontakt, so Vogel weiter. Es ginge natürlich weiterhin um Forschung und Innovationen, ja, "aber am Ende funktioniert das nur mit den Menschen." Die Arbeit am Informationsdefizit müsse dabei auf Augenhöhe erfolgen, ist sich die Expertin sicher - und nicht von oben herab, "das funktioniert einfach nicht mehr". Das habe sich auch in der Praxis als am effektivsten bestätigt.

Um den Bekanntheitsgrad innovativer Energieformen zu erhöhen, brauche es zusätzlich eine stärkere Übersetzungsarbeit. Auch hier gebe es Aufholbedarf, damit auch "normale" Menschen den Inhalten folgen können. Diese Arbeit müsse und werde man leisten, denn "im Innovationsbereich herrscht eine Expertensprache, die für einen normalen Haushalt nur bedingt geeignet ist".

Wasserstoff als Energieträger der Zukunft ist ein Beispiel. Dieser sei ein "Thema, das noch sehr weit weg von Menschen ohne Expertenstatus ist. "Da gibt es auch nur ganz wenig Anwendungen im Privatbereich". Die Bewertung von Wasserstoff fiel bei den Befragten dann auch eher negativ aus. Die mit 14 Prozent meistgenannte Assoziation zu dem Element war "Brandgefahr/Explosionsgefahr", während bei den positiven Verknüpfungen die Nennung "umweltfreundliche/saubere Energie" nur sechs Prozent erreichte - gleich viel wie die zweitstärkste negative namens "Atombombe".

Vogle ortet hier ein unbekanntes Terrain, "daher wohl auch die verhaltenere Positionierung der Befragten". "In dem Moment, wo es Produkte (wie Photovoltaik-Anlagen, Anmerkung) im Umfeld der Menschen gibt" und man mit den Vorreitern über diese diskutieren könne, da würden diese neugierig und positiv aufgenommen. Gibt es hingegen keine Erfahrungswerte, dann herrsche eher die Skepsis.