Kriminalität um 9,8 Prozent gesunken. Die Gesamtzahl aller Strafdaten in Österreich ist im ersten Halbjahr 2020 - wohl nicht zuletzt aufgrund der Corona-Krise und des damit verbundenen mehrwöchigen ersten Lockdowns - gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 9,8 Prozent gesunken. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ durch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hervor.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 25. November 2020 (15:51)
Corona verbesserte die Kriminalstatistik
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Bis Ende Juni wurden demnach in Österreich vorläufig - es handelt sich um Rohdaten, die noch nicht der Qualitätskontrolle und weiteren Prüfmechanismen unterzogen wurden - 215.478 Straftaten verzeichnet. Zwischen Anfang Jänner und Ende Juni 2019 waren es 238.830. Ein signifikantes Minus gab es in der Bundeshauptstadt, wo im ersten Halbjahr knapp 75.000 Straftaten verzeichnet wurden. Im Jahr zuvor waren es fast 86.000. In einzelnen Wiener Bezirken ging die Kriminalität um fast bzw. über ein Viertel zurück. In Neubau wurden um 28,8 Prozent weniger strafbare Handlungen registriert, auf der Wieden und in Margareten machte das Minus 26,9 bzw. 24,5 Prozent aus, in Donaustadt 21,6. Mit Währing gab es in einem einzigen Wiener Bezirk ein Plus - das sich mit 0,7 Prozent aber in Grenzen hielt.

Die Aufklärungsquote fiel mit 53,2 Prozent nur etwas besser aus als 2019. Damals konnten im ersten Halbjahr 52,2 Prozent aller Straftaten geklärt werden. Am Besten schnitten in dieser Hinsicht heuer Kärnten, Steiermark und Tirol mit Aufklärungsquoten von jeweils knapp 62 Prozent ab, am mäßigsten erfolgreich war in dieser Hinsicht mit 43,8 Prozent die Polizei in der Bundeshauptstadt.

136.793 Tatverdächtige konnten seit Jahresbeginn bis Ende Juni ausgeforscht werden, davon besaßen 56.243 keine österreichische Staatsbürgerschaft. Von den Verdächtigen kamen 6.182 aus Deutschland, 6.226 aus Rumänien, 5.069 aus Serbien, 3.513 aus der Türkei, 3.004 aus Ungarn, 2.524 aus Afghanistan, 2.432 aus der Slowakei und 2.358 aus Bosnien-Herzegowina.

FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer verlangte aufgrund dieser Zahlen einen "konsequenten Zuwanderungsstopp". Das Asylrecht dürfe "nicht weiter als Trittbrett für den Import von Wirtschaftsmigranten und hochkriminellen Personen aus aller Herren Länder missbraucht werden", teilte er am Mittwochnachmittag mit.