Österreich will Vorreiter beim Klimaschutz sein. Die österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat bei ihrem ersten EU-Umweltrat in Brüssel Österreichs Ambitionen beim Klimaschutz unterstrichen. Österreich wolle zu den Vorreitern auf EU-Ebene zählen, sagte Gewessler am Mittwoch. Außerdem freue sie sich auf die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die an dem Treffen der EU-Umweltminister teilnimmt.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 05. März 2020 (10:24)
Gewessler sprach von einem "denkwürdigen Tag"
APA (Archiv)

Die Ministerin sprach von einem "denkwürdigen Tag" nach der Präsentation eines Entwurfs der EU-Kommission für ein europäisches Klimaschutzgesetz, das Klimaneutralität bis 2050 festschreibt. Angesprochen auf Kritik, wonach die EU-Kommission noch kein Ziel für die Emissionsreduktion bis 2030 vorgelegt habe, sagte die Ministerin: "Es ist ein Meilenstein, dass die Kommission innerhalb der ersten 100 Tage ein Gesetz vorlegt und ein bindendes Ziel für 2050 vorgeschlagen wird. Aber umso wichtiger ist es auch, dass wir rasch ins Tun kommen für das 2030-Ziel."

Österreich wolle die EU-Kommission in ihren ambitionierten Vorschlägen unterstützen. Die EU-Kommission habe für 2030 eine Reduktion zwischen 50 und 55 Prozent angepeilt. "Ich denke, das ist jedenfalls der richtige Weg", sagte Gewessler.

Es sei wichtig, auch die Chancen für die Wirtschaft durch europäische Wertschöpfung und für die Industrie zu sehen, sagte die Umweltministerin, die auf künftige Initiativen der EU-Kommission zu diesen Themen verwies. Österreich wolle jedenfalls beispielgebend sein. "Wir haben - das sagt uns die Wissenschaft - zehn Jahre Zeit. Das heißt, jedes Jahr, jeder Tag zählt." Gerade in Hinblick auf die Klimakonferenz in Glasgow sei es wichtig, rasch ins Handeln zu kommen.

Angesprochen auf Thunberg und ihre polarisierende Wirkung betonte Gewessler, es sei "nicht zu unterschätzen im Wert, dass sich die junge Generation zu Wort meldet und auch auf die Straße geht und um die Zukunft kämpft". Vieles von der heutigen Diskussion wäre ohne das Engagement der Jugend und insbesondere Thunbergs nicht möglich. Sie freue sich auf das Treffen mit der schwedischen Klimaschutzaktivistin, sagte Gewessler. Es sei eine wichtige Aufgabe der Zivilgesellschaft, der Politik Impulse mitzugeben.