U-Ausschuss: Hödl betont Schuldlosigkeit. Ex-Magna-Manager Hubert Hödl, der im Zuge des Eurofighter-Deals gleichzeitig für Magna gearbeitet und für EADS Gegengeschäfte abgewickelt hat, hat bei seiner neuerlichen Befragung im U-Ausschuss am Donnerstag seine Schuldlosigkeit betont. Dem Vorwurf doppelt verrechneter Gegengeschäfte wich er aus, die entsprechenden Dokumente stammten von Vector und nicht von ihm.

Von APA Red. Erstellt am 04. April 2019 (19:04)
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Ex-Magna-Manager Hubert Hödl betonte seine Unschuld

Gegenüber seiner ersten Befragung gab es eine Abweichung: Damals hatte er nicht bestritten, dass 1,8 Mio. Euro aus einer in Liechtenstein ansässigen Stiftung namens Calone (in die wiederum Vector-Gelder als Gewinne seiner Firma Domerfield flossen), deren Begünstigter seine Familie war, abgehoben und in bar über die Grenze gebracht worden seien. "Das muss ich auf das Schärfste zurückweisen, das ist falsch", betonte er nun.

Die Stiftung habe auch kein Geld an Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser ausgezahlt, erklärte er auf eine Frage der SPÖ. Generell schließe er Zahlungen an Politiker und andere Entscheidungsträger aus, er wisse auch nichts von dergleichen, sagte er zum Verfahrensrichter.

Unklar blieb die Rollenverteilung in seiner Firma Inducon, über die Gegengeschäfte abgewickelt wurden. Am Vormittag hatte sich seine Geschäftsführerin Doris Bund damit gerechtfertigt, nur für Administration zuständig gewesen zu sein. Hödl betonte nun, dass sie keineswegs nur "Strohfrau" gewesen sei, die Geschäfte habe tatsächlich aber er als Eigentümer federführend geleitet.

Dass er Gegengeschäfte doppelt über die Firmen Inducon und Domerfield verrechnet habe, wollte er nicht gelten lassen; und auch das erst, nachdem ihn der Verfahrensrichter ermahnt hatte, dass er sich nicht entschlagen könne. "Diese Listen, die Sie in die Höhe halten, sind nicht von mir", betonte er dann.

"Für alle meine Leistungen gibt es eine lückenlose, transparente und nachvollziehbare Darstellung", unterstrich Hödl bereits in seinem Eingangsstatement: "Alle Beteiligten haben von meiner Nebenbeschäftigung profitiert. Niemandem ist ein Schaden entstanden, schon gar nicht der Republik Österreich." Dass er im Auftrag des früheren Magna-Managers Siegfried Wolf gehandelt habe, wies er zurück. Seine Kontakte zu österreichischen Regierungsmitgliedern, speziell zu Grasser und zum früheren Verteidigungsminister Herbert Scheibner, spielte er herunter.

Nicht mehr behandelt wurde am Donnerstag der Wunsch der SPÖ nach einem ergänzenden Beweisbeschluss, um die Unterlagen zum erst jetzt bekannt gewordenen Kauf von sechs Airbus-Hubschraubern durch das Innenministerium im Jahr 2017 in den Ausschuss zu bekommen. Die Koalitionsfraktionen hätten sich noch Zeit zum Dokumentenstudium erbeten, hieß es seitens der SPÖ zur APA. Der Antrag soll nun in der Sitzung kommende Woche behandelt werden.