Filmfestival Cannes: Goldene Palme für "Triangle of Sadness"

Aktualisiert am 29. Mai 2022 | 10:40
Lesezeit: 4 Min
Ruben Östlund mit seiner bereits zweiten Goldenen Palme
Ruben Östlund mit seiner bereits zweiten Goldenen Palme
Foto: APA/dpa
Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an den Film "Triangle of Sadness" des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund. Das gab die Jury am Samstagabend bekannt. Die Satire hat sich gegen 20 andere Wettbewerbsbeiträge durchgesetzt. Entschieden hat eine Jury unter dem Vorsitz des französischen Schauspielers Vincent Lindon.
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"Triangle of Sadness" ist eine Satire auf die Welt von Influencern und Superreichen. Er spielt unter anderem auf einer Luxusjacht. Nachdem diese von Piraten gekapert wird, stranden ein paar der Schiffsreisenden auf einer Insel, wo die Hierarchien umgekehrt werden. Denn eine Angestellte, die sich auf der Jacht um die Toiletten kümmerte, ist die einzige, die Fische fangen, Feuer machen und somit das Überleben der Menschen sichern kann. "Triangle of Sadness" handelt von der Absurdität des Kapitalismus, Machtverhältnissen und von sozialer Ungleichheit.

"Als wir mit diesem Film begonnen haben, hatten wir eigentlich nur ein Ziel: einen Film zu machen, der das Publikum interessiert, der es provoziert und zum Nachdenken anregt", sagte Östlund, der bereits 2017 für "The Square" die Goldene Palme erhalten hatte, bei der Zeremonie. Der 48-Jährige ist bekannt für humorvolle und bissige Studien menschlichen Verhaltens, und eine solche präsentiert er auch in "Triangle of Sadness". Der Film hatte bei der Premiere auf dem Filmfestival für viel Gelächter gesorgt. Es war wohl der grellste und komischste Beitrag.

Mit dem Großen Preis der Jury, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals, wurden in diesem Jahr die französische Filmemacherin Claire Denis ("Stars at Noon") sowie der Belgier Lukas Dhont für "Close" geehrt. "Stars at Noon" erzählt von der amerikanischen Journalistin Trish (Margaret Qualley), die wegen eines kritischen politischen Artikels in Nicaragua festsitzt und dort einen mysteriösen Geschäftsmann namens Daniel (Joe Alwyn) trifft, der von den politisch instabilen Verhältnissen in Nicaragua profitiert. Trish und Daniel verlieben sich, und ihre Anziehung wird in einem Großteil des Films lustvoll inszeniert, während der Plot in den Hintergrund rückt. "Close" wiederum ist ein einfühlsamer Coming-of-Age-Film über die besondere Freundschaft zweier Jungen, die auf tragische Weise endet.

Der Preis für die beste Regie ging an Park Chan-wook ("Decision to Leave"). Die iranische Schauspielerin Zar Amir Ebrahimi nahm den Preis als beste Schauspielerin entgegen. Sie verkörpert in "Holy Spider" von Ali Abbasi eine mutige Journalistin, die einem Serienmörder auf der Spur ist. Als bester Schauspieler wurde der Südkoreaner Song Kang-ho für seine Rolle in "Broker" von Hirokazu Koreeda gewürdigt.

Der Preis der Jury wurde an "Le Otto Montagne" von Charlotte Vandermeersch und Felix Van Groeningen sowie zu gleichen Teilen an "EO" von Jerzy Skolimowski vergeben. Der Schwede Tarik Saleh wurde mit dem Preis für das beste Drehbuch für seinen Film "Boy from Heaven" geehrt.

Eine besondere Ehrung bekamen die belgischen Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne, die Stammgäste auf dem Filmfestival sind. Sie sind zum 75. Jubiläumsjahr mit einem Spezialpreis für ihren Film "Tori and Lokita" geehrt worden.

Aus österreichischer Sicht fiel die wichtigste Entscheidung bereits am Freitagabend. Vicky Krieps wurde für ihre Hauptrolle im Film "Corsage" der österreichischen Regisseurin Marie Kreutzer in der Nebenschiene "Un certain regard" ausgezeichnet. Die Luxemburgerin spielt darin Kaiserin Elisabeth, die aus dem Korsett der ihr zugedachten Rolle ausbrechen will. Im Vorjahr gewann der Film "Die Große Freiheit" des Österreichers Sebastian Meise den Jurypreis in dieser Sektion.

(S E R V I C E - www.festival-cannes.com)