Forderung in Debatte um Kunstrasen "Augenmaß". Das in der Bundesregierung derzeit auch mit den Sportagenden betraute Finanzministerium hat sich in der Debatte um das von der EU geplante Verbot von Mikroplastik und die unsichere Zukunft von Kunstrasenplätzen um "Augenmaß" bei der Umsetzung von Umweltstandards ausgesprochen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 22. Juli 2019 (13:31)
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Die Zukunft der heimischen Kunstrasenplätze ist derzeit ungewiss

In Österreich gibt es 259 Kunstrasen-Fußballplätze. Das im Unterbau verwendete Granulat könnte 2022 verboten werden.

"Der Anspruch ist so nachhaltig wie möglich zu sein bei der Anschaffung von Kunstrasen und gleichzeitig die bestehenden Anlagen nicht zu verbieten", hieß es am Montag auf APA-Anfrage in einer Stellungnahme aus dem Ministerium. "Es braucht entsprechendes Augenmaß bei der Umsetzung von höchsten Umweltstandards sowie eine enge Abstimmung zwischen Sport und den Herstellern."

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hatte bereits am Sonntag darauf hingewiesen, dass vor allem in Wien aufgrund des Platzmangels ein Spielbetrieb ohne Kunstrasen nicht aufrechtzuerhalten wäre. Alleine 50 Kunstrasenplätze befinden sich in der Bundeshauptstadt, um den enormen Bedarf vom Kinder- bis zum Erwachsenenfußball zu decken. "Ein Naturrasen kann einer solchen Belastung nicht standhalten", erklärte ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer.

Die Interessen des ÖFB werden in der Frage von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vertreten. Diese hat den Auftrag, sich dazu mit der EU-Kommission auszutauschen. Davor war die UEFA an seine nationalen Mitgliedsverbände herangetreten, um zu evaluieren, wie viele Kunstrasenfelder es in den jeweiligen Ländern gibt und wie viele Spieler betroffen wären. In Deutschland etwa geht es um die Zukunft von 6.000 Kunstrasenplätzen.

Kritik am geplanten Vorgehen der EU gab es aus der FPÖ. Dietrich Kops, der Sportsprecher der Wiener FPÖ, forderte in einer Aussendung eine Ausnahmeregelung und ersuchte die Bundesregierung, bei den zuständigen EU-Stellen aktiv zu werden. Die 50 Kunstrasen-Plätze in Wien würden meist von kleineren Vereinen bespielt. "Ein Aus dieser Kunstrasen-Plätze würde auch ein Aus für viele kleine Fußballvereine bedeuten", meinte Kops.