„71 oder Der Fluch der Primzahl“: Bewegende Premiere. Den Toten der Flüchtlingstragödie von Parndorf wird mit dem Stück „71“ ein „immaterieller Gedenkstein“ gesetzt: Bei der Premiere wechselten Betroffenheit und Theater-Begeisterung einander ab.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 05. Januar 2017 (12:39)

Vor ausverkauftem Haus ging am Mittwoch in der Parndorfer Volksschule die erste von vier Vorstellungen des Stückes „71 oder Der Fluch der Primzahl“ über die Bühne. Regisseur Peter Wagner und sein Team arbeiten darin die Tragödie von Parndorf auf: Der 27. August 2015, als in einem Kühllaster auf der A4 die Leichen von 71 Menschen entdeckt wurden, wird – ebenso wie die Tage danach und die Flüchtlingsbewegung – anhand von Interviews mit Betroffenen rekonstruiert.

Rund um die Texte von 21 burgenländischen Autorinnen und Autoren fließen Spielszenen und Dokumentation ineinander, getragen von der Musik Ferry Janoskas. Fünf Darsteller – Bella Ban, Tania Golden, Gernot Piff, Petra Staduan und Werner Wultsch – wechseln zwischen gespenstischer, nonverbaler Präsenz und starken Dialogen.

Das Konzept geht auf. Am Ende bleibt ein Theaterabend, der – bei all der Tragik des Themas auch reich an Schauwerten – betroffen macht, aufwühlt und in dem die Sprache der Kunst auf gewisse Fragen auch eine Antwortmöglichkeit liefert.

In Kooperation der Theaterinitiative Burgenland mit dem Offenen Haus Oberwart und der Gemeinde Parndorf ist „71 oder Der Fluch der Primzahl“ im Jänner noch an mehreren Aufführungsorten zu sehen.

Weitere Vorstellungen & Infos

Parndorf, Volksschule: noch bis 7. Jänner (jeweils 19.30 Uhr)

Eisenstadt, ORF Landesstudio: 11. bis 13. Jänner (jeweils 19:30 Uhr)

Offenes Haus Oberwart:  19. bis 21. Jänner (jeweils 19:30 Uhr) / 22. Jänner (Matinee um 11 Uhr)

KUGA Großwarasdorf: 27. Jänner (19:30 Uhr)

Weitere Infos auf www.oho.at und auf facebook.com unter „Theaterinitiative Burgenland“