Mehr als zehn Interessenten für Air Berlin. Die Insolvente Niki-Mutter Air Berlin sucht einen Retter und hat nach eigenen Angaben mit zehn Interessenten Gespräche geführt. Bestätigt sind Gespräche mit Lufthansa, die seit Freitag konkret geführt werden. Als Interessenten gelten zudem die britische Billigfluggesellschaft Easyjet, Tuifly sowie die Thomas-Cook-Tochter Condor.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 20. August 2017 (15:33)
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Allgemein wird vor zunehmender Marktmacht der Lufthansa gewarnt

Bei den Konkurrenten der Lufthansa herrscht Unmut über die Besetzung des Gläubigerausschusses, der letztlich über den Verkauf entscheidet. Denn in den Gremium sitzt auch ein Vertreter der Lufthansa-Billigtochter Eurowings. Das ist so, weil Eurowings von Air Berlin 38 Flugzeuge angemietet hat.

Der Gläubigerausschuss müsse die Nachhaltigkeit der verschiedenen Angebote überprüfen, schilderte ein Insider die Situation. "Die Bieter müssen dort komplett die Hosen runterlassen, und die Lufthansa kann in Ruhe die Geschäftsmodelle studieren", sagte er.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind die Bücher von Air Berlin für Interessenten, nicht nur die Lufthansa, in geschützten Datenräumen bereits seit Ende Mai einsehbar. Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, dass Lufthansa seit Mai die Finanzdaten von Air Berlin prüfe. Winkelmann hatte Ende April davon gesprochen, das Unternehmen sei "offen für neue Partnerschaften und neue Kooperationen".

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann Airline-Chef der Zeitung erwartet jedenfalls keine komplette Übernahme durch nur einen Bieter. "Es wird nicht einen, sondern zwei oder drei Käufer geben", sagte er. Das Angebot des Unternehmers Hans-Rudolf Wöhrl, die Airline zur Gänze zu übernehmen und weiterzuführen, wird weder von Air Berlin noch von der deutschen Bundesregierung in Erwägung gezogen. Wöhrl hatte nach Mitteilung vom Freitag über eine Münchner Kanzlei ein formelles Angebot für die Fluggesellschaft abgegeben. Air Berlin stellte hingegen fest, dass bis Sonntagmittag keine Offerte von Wöhrl eingegangen sei.

Air-Berlin-Kunden können ihre gesammelten Flugmeilen nicht mehr gegen Gratisflüge oder andere Prämien einlösen. "Wir müssen das Meilensammeln und das Meileneinlösen solange aussetzen, bis wir Klarheit über die Situation bei Air Berlin erlangt haben", hieß es auf der Seite des Programms Topbonus. Ein Airline-Sprecher sagte: "Air Berlin bedauert, dass der Mehrheitseigner das Topbonus-Programm offenbar nicht weiter führen will." Etihad hält 70 Prozent an dem Vielfliegerprogramm, Air Berlin 30 Prozent.