Nun auch Betreiberfirma des Stadions Mattersburg pleite. Der Zusammenbruch der Commerzialbank Mattersburg hat den Fußballverein SV Mattersburg mit in die Pleite gerissen. In dessen Dunstkreis gibt es nun Folgeinsolvenzen...

Von APA / NÖN.at. Update am 20. August 2020 (16:07)
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Im Landesgericht Eisenstadt ist am Donnerstag inzwischen bereits das Konkursverfahren über die SVM Sportstätten Errichtungs- und Betriebs GmbH und die SV Mattersburg Gastronomiebetriebs GmbH eröffnet worden, teilte der KSV1870 mit. Eine Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 9. November statt.

Als Insolvenzursache wird der vorangegangene Bankkonkurs und in der Folge die Schließung des Fußballbetriebs und Konkurs des SV Mattersburg angegeben. Laut KSV wurde auch besonders darauf hingewiesen, dass derzeit keine Bundesligaspiele mehr im Pappelstadion stattfinden; eine wirtschaftliche Fortführung sei damit nicht mehr gewährleistet.

Die SVM Sportstätten (Stadion-)Errichtungs- und Betriebsgesellschaft gehört zur Gänze der "SVM Profisport GmbH" in Mattersburg, über die gestern Mittwoch Konkurs eröffnet wurde. Die SVM Profisport wiederum gehört zur Gänze der Sportvereinigung Mattersburg. Der SV Mattersburg ist seit 14. August in Konkurs.Laut KSV und Creditreform sind von dem ebenfalls bevorstehenden Konkurs der Gastronomie, der SV Mattersburg GastronomiebetriebsgesmbH, 4 Beschäftigte und 36 Gläubiger betroffen. Über die Vermögenslage der beiden Insolvenzbetriebe ist bisher nichts verlautbart worden.

Zum Insolvenzverwalter wurde für beide Gesellschaften Rechtsanwalt Adalbert Hausmann in Eisenstadt bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen ab sofort bis zum 26. Oktober anmelden.

Stadt um Lösung für Zukunft des Mattersburg-Stadions bemüht


Was die Zukunft der Sportstätte an sich anlangt, will man sich seitens der Stadt um eine Lösung bemühen. Die Stadtgemeinde Mattersburg ist beim Pappelstadion Grundeigentümerin. Auch bei Anlagen habe die Stadt mitbezahlt, so Bürgermeisterin Ingrid Salamon (SPÖ) am Donnerstag. Über Ertragsanteile habe es dazu auch ein Drittel vom Land gegeben, das zuerst auf die Gemeinde gekommen und dann dem Verein zugute gestellt worden sei.

Beim Umkleidehaus waren es dreimal 4,5 Mio. Schilling im Jahr 1993, somit habe das Objekt rund 13,5 Mio. Schilling gekostet, erläuterte Amtsleiter Karl Aufner. Davon seien zwei Drittel von der Gemeinde gekommen und ein Drittel Vereinsgeld vom SV Mattersburg, der dabei der direkte Partner gewesen sei. Im Jahr 2000 wurde die Haupttribüne mit einem Kostenrahmen von 36 Mio. Schilling errichtet. Partner dabei sei die SVM Errichtungs- und Betriebs GmbH gewesen.

Sie sehe die Situation derzeit so, dass zwei Drittel Investition der Stadtgemeinde seien, sagte Salamon: "Da kann jetzt niemand sagen, das gehört ihm ganz alleine, das ist ja nachvollziehbar." Bezüglich des restlichen Drittels werde man mit dem Masseverwalter Verhandlungen führen müssen.

Das Ziel der Stadtgemeinde Mattersburg sei es, dass das Stadion bleibe. "Es ist nichts anderes vorgesehen, wir haben ja einen neuen Verein bis zur U16. Und für mich ist es das politische Ziel, dass die Jungs, die jetzt momentan woanders trainieren, dann wieder in das Stadion kommen und dort natürlich trainieren können", so Salamon.

Wenn man genau wisse, wer wofür zuständig sei, sei es wohl in beiderseitigem Sinne der Verhandler, dass man sich einmal zu einem Gespräch zusammensetzen werde. Seitens der Stadt hofft man auf eine baldige Lösung. Man müsse dem Masseverwalter auch Zeit lassen, sich einen Überblick zu verschaffen.

"Die gesamte Fläche ist als Sportanlage im Flächenwidmungsplan gewidmet", erläuterte Aufner. Die Bürgermeisterin glaubt, dass es viele Leute in Mattersburg und auch im Bezirk gebe, die der Jugend wieder diese Chance geben wollten, dass das Stadion bleibt. "Und wir als Gemeinde natürlich an der Spitze." Der neue Verein MSV 2020 trainiere und spiele zur Zeit in der Fußballakademie.