Hamilton und Mercedes in Barcelona erneut unschlagbar. Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat sich dank strategischer Meisterleistung seines Mercedes-Teams auch in Barcelona den Sieg gesichert.

Von APA / NÖN.at. Update am 09. Mai 2021 (18:45)
APA/AFP

Der Engländer feierte von der 100. Pole aus am Sonntag in Montmelo vor Max Verstappen im Red Bull sowie seinem finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas seinen bereits sechsten Sieg in Spanien und jubelte zudem über seinen fünften Triumph dort in Folge sowie bereits 98. Grand-Prix-Erfolg gesamt. Vierter wurde Charles Leclerc (Ferrari).

Diese vier Fahrer waren in dieser Reihefolge auch losgefahren. Allerdings gelang es Verstappen, Hamilton gleich in der ersten Kurve nach dem Start zu überholen. Diese Führung behielt der Niederländer auch lange, ehe es eine taktische Reifenvariante Hamilton doch noch ermöglichte, kurz vor Schluss am Niederländer vorbeizukommen und letztlich mit mehr als 15 Sekunden Vorsprung zu gewinnen.

Nach drei Segen in vier Saisonrennen hat Hamilton (94) in der WM 14 Punkte Vorsprung auf Verstappen (80), der sich dank der schnellsten Rennrunde wenigstens einen Zusatz-Zähler sicherte.

"Ihr beeindruckt mich immer wieder", bedankte sich der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Hamilton bei seinem Team und freute sich: "Was für ein Tag!" Teamchef Toto Wolff war rundum zufrieden. "Das war eine große Strategie des Teams und eine großartige fahrerische Leistung von Lewis."

Anfangs schien freilich sogar ein Sieg für Verstappen, der hier 2016 seinen ersten GP-Sieg geholt hat und am Sonntag sein 100. Rennen für Red Bull bestritt, möglich. Denn die 600 Meter vom Start bis zur ersten Kurve sind hier für Überholmanöver traditionell gut. Obwohl Hamilton von der Jubiläums-Pole gut weg kam, ließ er in der ersten Rechtskurve die Tür für den leicht zurückliegenden Verstappen offen. Der Niederländer nahm an und drückte sich samt Berührung innen vorbei in Führung. Auch der als Dritter gestartete Bottas verlor seine Position an Leclerc.

Verstappen hatte sofort 1,5 Sek Vorsprung. Daran änderte auch eine frühe Safety-Car-Phase wegen der Strandung des Alpha Tauri von Yuki Tsunoda nichts. Verstappen meisterte auch den Restart souverän. Ab da gab es kollektiven Formationsflug und übernahm wie so oft vor den Toren Barcelonas die Strategie die Hauptrolle im Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in Montmelo.

Verstappen und Hamilton hatten 9 bzw. 10 Sekunden Vorsprung auf Leclerc und Bottas sowie schon fast 20 auf den Rest des Feldes, als Bottas in der 24. Runde als erster aus diesem Quartett zum Reifenwechsel kam. Verstappen folgte eine Runde später "unaufgefordert", was seine an sich weltschnellste Boxencrew in Bedrängnis brachte. "Ein Missverständnis. Nächste Runde wäre gemeint gewesen", erklärte Berater Helmut Marko im ORF-Fernsehen.

Verstappen stand so volle 4,2 Sekunden. Zeit, die später schmerzlich abging. Während Bottas via Boxenstopp Leclerc überholte, kam Hamilton nach dem eigenen Stopp mit satten 6 Sekunden Rückstand, aber auch einem vier Runden jüngeren Reifen, als Zweiter hinter Verstappen zurück.

Hamilton holte mit frischerem Gummi rasch auf, kam in kürzester Zeit in den DRS-Bereich des Red Bull, konnte Verstappen aber erneut nicht überholen. Dafür überraschte der siebenfache Champ in der 43. von 66 Runden mit dem zweiten Reifenwechsel. Die 22 Sekunden Rückstand fuhr Hamilton danach rasch zu.

Red Bull versuchte zunächst, mit einer Einstopp-Strategie über die Runden zu kommen. Es ging sich nicht aus. "Ich habe alles probiert, es aber kommen gesehen. Mir war klar, dass sich das nicht ausgehen kann und wir nicht viel dagegen tun können", gestand Verstappen nach dem Rennen. Man sei bei Red Bull grundsätzlich etwas zu langsam derzeit, erklärte Verstappen.

Sieben Runden vor Schluss hatte Hamilton zum dritten Mal von hinten Sichtkontakt mit Verstappens Auto. Diesmal klappt es mit dem Überholen dank des besseren Reifens sechs Runden vor Schluss endlich und gleich im ersten Versuch am Ende der Start-Zielgeraden. Verstappen kam daraufhin nochmals an die Box und holte sich dadurch einen Punkt dank der schnellsten Rennrunde. "Das", so Marko, "war Schadensbegrenzung."

"Ich war das ganze Rennen auf der Jagd", meinte wiederum Hamilton. Einen Tag nach seiner 100. Pole-Position egalisierte er mit seinem sechsten Sieg in Montmelo eine weitere Bestmarke von Michael Schumacher. Sechs Siege auf einer Rennstrecke sowie fünf in Serie hat auch Ayrton Senna in Monaco zu Buche stehen. Am Ende standen mit Hamilton, Verstappen und Bottas wieder einmal diese drei Fahrer gemeinsam auf dem Podest. Weiter geht die Formel-1-WM am 23. Mai in Monaco.