"Falsche Minister": 50 Mio. Dollar erschlichen. Mit einer dreisten Masche haben sich Betrüger mehr als 50 Millionen Euro erschlichen: Sie gaben sich als Jean-Yves Le Drian aus - früher Frankreichs Verteidigungsminister, heute Außenminister - und drängten ausländische Staats- und Unternehmenschefs zu hohen Geldzahlungen - teils mit Erfolg. Der Prozess gegen die "falschen Minister" begann am Dienstag in Paris.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2020 (18:51)
Gerichtszeichnung des Prozesses in Paris
APA/ag.

Die Masche der Betrüger: Sie riefen Politiker, Konzernlenker oder Verbände an und baten dringend um finanzielle Hilfe für "geheime Operationen" Frankreichs. Dabei gaben sie sich als Le Drian aus oder als ein enger Mitarbeiter. In manchen Fällen inszenierten sie sogar Videokonferenzen, in denen einer der Betrüger verkleidet als Le Drian auftrat.

Als Gründe gaben die Kriminellen an, französische Geiseln in Syrien müssten freigekauft werden, oder es gehe um den Kampf gegen Terroristen. Mehr als 150 Entscheidungs- und Würdenträger gingen sie um Geld an, darunter den Präsidenten Gabuns, Ali Bongo, und den Erzbischof von Paris. Drei Opfer bissen an. Die höchste Summe zahlte mit gut 47 Millionen US-Dollar (42,47 Mio. Euro) der türkische Geschäftsmann und Milliardär Inan Kirac.

Zwei Hauptverdächtige stehen in Paris vor Gericht: der 54-jährige Gerard Chikli, der die französische und italienische Staatsbürgerschaft hat, sowie der 35-jährige Anthony Lasarevitsch. Beide sollen den Coup in den Jahren 2015 bis 2017 mit Hilfe von fünf Komplizen durchgezogen haben. Auch ihre nächste Betrugsmasche flog durch die Ermittlungen auf: Sie wollten sich als Prinz Albert II. von Monaco ausgeben, um noch mehr Geld zu erschwindeln.