Wieder Schülerprotest für mehr Klimaschutz. Im Zuge der zweiten weltweiten "FridaysForFuture"-Proteste für mehr Klimaschutz am Freitag sind auch in Österreich vor allem Schüler auf die Straße gegangen. Am Wiener Heldenplatz versammelten sich den Veranstaltern zufolge bis zu 8.000 Demonstranten. Österreichweit sollen es 25.000 gewesen sein. Zum nächsten Klimastreik kommenden Freitag wird in Wien Klimaaktivistin Greta Thunberg erwartet.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Mai 2019 (21:04)
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Klime-Demo auf dem Wiener Heldenplatz

"Sie wird mit uns gemeinsam demonstrieren", sagte ein Sprecher von "FridaysForFuture"-Wien der APA. Durch die Teilnahme der prominenten 16-jährigen Schwedin rechneten die Organisatoren für kommende Woche mit einer noch größeren Demonstration. Durch den Fenstertag hätten viele Schüler zudem frei und könnten sich so leichter an den Protesten beteiligen.

Doch bereits am Dienstag wird es anlässlich des R20 Austrian World Summit wohl erneut zu einem Massenaufmarsch am Heldenplatz kommen: Hier wird Thunberg, die Initiatorin der "FridaysForFuture"-Bewegung, bereits in Wien sein. Ab 17.00 Uhr soll sie gemeinsam mit Gastgeber Arnold Schwarzenegger eine frei zugängliche Rede halten. Schwarzeneggers R20 Austrian World Summit in Wien ist inzwischen zu einer der populärsten Plattformen für Klimaschutz geworden.

Europawahlen im Fokus

Die Teilnehmerzahl bei den Protesten am heutigen Freitag in Wien bezifferte der Sprecher von "FridaysForFuture"-Wien mit 7.000 bis 8.000 Personen. Die Polizeizahl von 1.500 sei ganz am Anfang beim Treffpunkt am Heldenplatz gezählt worden. Der Demozug sei im Laufe des Vormittags dann aber deutlich angewachsen. Österreichweit seien 25.000 Menschen auf die Straße gegangen. Im Fokus der Demonstrationen standen die anstehenden Europawahlen.

Erneut waren bei den Protesten viele Schilder und Transparente zu sehen. In Wien war darauf etwa zu lesen "Make the climate cool again", "Keine Ausreden mehr" oder "Wir streiken, bis ihr handelt". Die Redner riefen Teilnehmer auch dazu auf, bei der EU-Wahl mitzumachen: "Stimmt im Sinne von uns allen". Vor dem Rathaus wurde zudem die Forderung nach der Ausrufung des Klimanotstands an die Wiener Stadtregierung herangetragen.

Neben Wien wurde auch in Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg, Klagenfurt, Bregenz, Eisenstadt, Gmunden, Ried im Innkreis sowie in Pöllau demonstriert. Rund 1.000 Schüler und Schülerinnen sowie Erwachsene haben am Freitag bei der Demonstration in Graz teilgenommen. Sie zogen ab 12.00 Uhr vom Mariahilferplatz über die Radetzkybrücke Richtung Hauptplatz und forderten: "Listen to us children." Diesmal mit dabei war ein E-Auto, das voran fuhr - es sei der erste "klimaneutrale Streik", so die Demo-Sprecher.

Großer Andrang herrschte in Linz, wo die Polizei rund 2.000 Teilnehmer schätzte. Waren sie bei der letzten großen Fridays-for-Future-Demo Mitte März im strömenden Regen gestanden, kamen diesen Freitag so manche Demo-Teilnehmer ins Schwitzen.

Mit Protesten Zehntausender Schüler war in Neuseeland der sogenannte weltweite Klimastreik am Freitag in die zweite Runde gegangen. In der Hauptstadt Wellington sowie in mehr als 20 anderen Städten blieben Schüler dem Unterricht fern und gingen stattdessen auf die Straße.

Zehntausende Jugendliche haben sich unter anderem auch in Deutschland an den neuen Klimastreiks beteiligt. Diese hatte zur Europawahl zu einem zweiten großen internationalen Protesttag für Klimaschutz aufgerufen, bundesweit waren rund 300 Demonstrationen geplant.

An der ersten Auflage eines globalen Klimaprotesttages hatten sich am 15. März weltweit etwa 1,9 Millionen Menschen beteiligt, in Österreich waren es etwa 20.000. Nach Thunbergs Vorbild gehen Schüler und junge Erwachsene seit Monaten immer freitags auf die Straße - meist während der Schulzeit. Mittlerweile haben sich auch viele Erwachsene den Demonstranten angeschlossen.