ÖFB-Team peilt in Amsterdam nächstes Erfolgserlebnis an. Österreichs Nationalmannschaft hat am Donnerstag (21.00 Uhr) in Amsterdam das nächste Erfolgserlebnis bei der Fußball-EM im Visier. Nach dem Auftaktsieg gegen Nordmazedonien soll es auch gegen die Niederlande Punktezuwachs geben, allerdings ist die Aufgabe ungleich schwieriger als gegen den EURO-Neuling. Die "Oranjes" gelten als Favorit in Gruppe C, genießen Heimvorteil und lieferten beim 3:2 gegen die Ukraine eine über weite Strecken überzeugende Leistung ab.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:00)
Foda hofft in Amsterdam auf neuerliches EM-Erfolgserlebnis
Foda hofft in Amsterdam auf neuerliches EM-Erfolgserlebnis
APA/ROBERT JAEGER

Dennoch blickt Teamchef Franco Foda der Partie optimistisch entgegen. "Wir wollten die erste kleine Geschichte schreiben, wollten unser erstes Spiel unbedingt gewinnen, und das ist uns mit einem verdienten Sieg gelungen. Die Mannschaft hat viel Selbstvertrauen getankt", sagte der Deutsche vor dem Abflug am Mittwochvormittag in die Niederlande.

Der Europameister von 1988 sei "ein Gegner mit mehr Qualität als Nordmazedonien. Jetzt gilt es, über 90 Minuten genauso mit Leidenschaft und Mentalität anzutreten wie am Sonntag", betonte Foda.

Während die Österreicher in Bukarest einen äußert defensiv eingestellten Kontrahenten zu knacken hatten, warten nun Offensiv-Kapazunder wie Memphis Depay. "Die Niederländer sind ein Team, das versucht, aktiv zu sein, auch im Spiel gegen den Ball. Das kann für uns mehr Räume im Umschaltspiel bedeuten", vermutete Foda.

Gegen die Ukraine agierten die Niederländer für den ÖFB-Coach aber auch teilweise unerwartet. "Wir waren überrascht - sie haben entweder vorne zugestellt oder sich komplett in die eigene Hälfte zurückgezogen und dort kompakt verteidigt", erzählte Foda. "Ich weiß nicht, welchen Plan sie gegen uns haben, doch wir sind auf beide Situationen vorbereitet."

Sollte eine Niederlage vermieden werden, wäre die ÖFB-Auswahl de facto im Viertelfinale - mit vier Punkten als einer der beiden schlechtesten Gruppendritten auszuscheiden, ist äußerst unrealistisch. Mauertaktik wird man von den Österreichern aber keine sehen, kündigte Foda an. "Auf ein Unentschieden können italienische Mannschaften spielen. Wir haben immer die Intention, ein Spiel zu gewinnen, und so wird es auch gegen die Niederlande sein."

Man dürfe sich keinesfalls darauf verlassen, dass man auch mit drei Punkten die K.o.-Phase erreichen könnte. "Wir benötigen noch Punkte, die Spieler wissen das. Jetzt geht es darum, gegen den Gruppenfavoriten entschlossen aufzutreten, eine gewisse Kompaktheit an den Tag zu legen und im Spiel nach vorne mutig aufzutreten", sagte Foda.

In punkto Aufstellung hielt sich der Teamchef wie gewohnt bedeckt. So ließ er etwa offen, ob David Alaba wieder in einer Dreierkette agiert. Immerhin gab es Andeutungen: "Gegen Nordmazedonien war es die Idee, dass man gegen zwei Stürmer mit einem Dreieraufbau besser zur Geltung kommt. Die Variante ist auch gegen die Niederländer möglich, weil sie auch in einem 3-5-2-System spielen", meinte Foda.

Noch völlig offen ist der Einsatz von Marko Arnautovic. Dem China-Legionär droht wegen seines Verhaltens gegen Nordmazedonien eine Sperre, eine Entscheidung wurde für (den heutigen) Mittwochnachmittag erwartet. "Marko ist ein herzensguter Mensch, ein toller Familienvater", betonte Foda. "In einem Spiel gibt es Emotionen, die waren aber auf beiden Seiten. Marko hat vielleicht in dieser Reaktion etwas überzogen, aber er hat sich dafür entschuldigt. Beide Spieler haben sich ausgesprochen, so soll es im Fußball sein."

Arnautovic als Rassisten darzustellen, entspreche nicht der Wahrheit, so Foda. "Ich wehre mich dagegen, Marko in eine Ecke zu stellen, in die er nicht gehört. Er ist ein super Junge, ein guter Typ. Es würde mich extrem überraschen, wenn die UEFA eine Sperre verhängen würde."

Sollte der Kontinentalverband tatsächlich von einer Sanktion absehen, sei Arnautovic ein Thema für die Startformation. "Er wäre jetzt bereit, noch länger als gegen Nordmazedonien zu spielen, und wenn er bereit ist, länger als eine Hälfte zu spielen, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, dass er von Beginn an spielt", erklärte Foda.

Abgesehen von den UEFA-Ermittlungen gegen Arnautovic steht dem Teamchef wohl der komplette Kader zur Verfügung. Aleksandar Dragovic sind zwar die Nachwirkungen seiner am Sonntag erlittenen doppelten Rissquetschwunde rund um das rechte Auge zumindest optisch noch deutlich anzumerken, der Innenverteidiger dürfte aber mit großer Wahrscheinlichkeit einsatzbereit sein.