Salzburgs untypischer Schlusspunkt . Es war der untypische Schlusspunkt einer für Red Bull Salzburg erfolgreich wie nie zuvor verlaufenen Fußball-Meisterschaft.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 28. Mai 2018 (12:25)
APA (Krug)
Der Meistertrainer dürfte in Salzburg bleiben

Nach einem 0:4 bei der Austria flanierte Trainer Marco Rose dennoch einigermaßen entspannt vor dem wenig glamourösen Kabinentrakt des Stadions Wiener Neustadt, gab entspannt Interviews - und wartete mit einem interessanten Statement zu seiner Zukunft in der Mozartstadt auf.

"Wir sind in sehr guten Gesprächen, werden vielleicht in den nächsten Tagen schon etwas präsentieren", sagte Rose, der in den vergangenen Wochen fast täglich mit einem Engagement in der deutschen Bundesliga in Verbindung gebracht wurde. Die Möglichkeiten dort scheinen inzwischen aber begrenzt. So soll bei RB Leipzig - wie kolportiert wurde - wieder Ralf Rangnick das Amt des Cheftrainers übernehmen.

Rose besitzt in Salzburg noch einen bis Sommer 2019 laufenden Vertrag. Die Wortmeldungen in Wiener Neustadt ließen darauf schließen, dass auch über eine Verlängerung gesprochen wird. Der Club könnte damit auf dem Trainersessel Kontinuität vermitteln. Auf dem Spielersektor wird Sportchef Christoph Freund wieder gefordert sein, die Mannschaft zu halten. Amadou Haidara, Diadie Samassekou, Duje Caleta-Car oder Torschützenkönig Munas Dabbur - die Liste der möglichen Abgänge ist lange. Rose erklärte diesbezüglich gebetsmühlenartig: "Es ist wichtig, dass wir versuchen, die Spieler zusammenzuhalten."

Zum Saisonabschluss bot der Deutsche die jüngste Start-Elf im Saisonverlauf auf - und kassierte schlussendlich die höchste Niederlage der Spielzeit. "Es ist keine schöne Niederlage mit vier Stück", sagte der Erfolgscoach. Er nehme dies "auch auf meine Kappe. Wir hatten nie die Sicherheit, die wir gebraucht hätten." Die heftige Niederlage wird dennoch nicht wirklich in Erinnerung bleiben. "Es war nicht das beste Spiel von uns. Aber wir sollten es schnell vergessen. Wir können mit der Saison sehr zufrieden sein", meinte beispielsweise Dabbur.

Nach dem 62. Pflichtspiel dieser Saison stiegen die Salzburger auch ein wenig erleichtert in den Mannschaftsbus ein. "Man merkt, dass die Saison sehr lange war", wusste Mittelfeldspieler Xaver Schlager, der jedoch noch zum ÖFB-Team reiste. Zumindest für die Nicht-Internationalen ist nun einmal Urlaub angesagt, am 25. Juni erfolgt der Auftakt in die Vorbereitung. Dabei sein werden da schon die bisherigen Neuverpflichtungen. Neben der ehemaligen ÖFB-Stammkraft Zlatko Junuzovic (30 Jahre) wurde auch schon der Schweizer Innenverteidiger Jasper van der Werff (19) geholt.

Will Salzburg den Umbau vermeiden, strebt die Austria diesen an. Nicht weniger als acht Akteure wurden vor Spielbeginn verabschiedet, da schon nicht mehr dabei waren Heiko Westermann und Felipe Pires. Auch Ibrahim Alhassan dürfte gehen. Der auch verabschiedete Robert Almer will über seine Zukunft in den kommenden Wochen informieren, der Ex-Teamtorhüter hat seit Herbst 2016 kein Spiel mehr bestritten.

Der Erfolg nach Toren von Christoph Monschein (29.), Dominik Prokop (37.), Patrizio Stronati (58.) und Dominik Fitz (85.) gelang auch mit Akteuren, die zum letzten Mal das violette Trikot trugen. Der stark spielende Prokop wusste: "Der Sieg macht die Saison nicht wett. Aber wir können ein wenig besser in den Urlaub gehen."

Die Austria wusste mit ihrem Umschaltspiel zu gefallen und agierte im Defensivverhalten einmal über 90 Minuten höchst konzentriert. Trainer Thomas Letsch freute sich über eine kompakte Vorstellung zum Abschluss. Jubelstimmung kam auch bei ihm nicht auf, immerhin gingen seine Schützlinge aber nicht mit hängenden Köpfen vom Feld. "Im Moment genießen wir den Erfolg und gehen mit einem positiven Ergebnis in die Pause", betonte Letsch.

Seit Ende Februar bei der Austria tätig, war schon vor dem Spiel klar, dass die Bilanz des als Chefcoach bestätigten Deutschen nicht wie erwünscht ausfällt. "Wir werden sicher nichts schönreden. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht", lautete das Resümee von Letsch. Ab 18. Juni gelte es, die Zeit zu nutzen. Dann wird bereits auf den Trainingsplätzen der umgebauten Generali Arena trainiert. "Ich hätte Lust, morgen dort anzufangen. Aber es gilt jetzt, ein bisschen abzuschalten, im Hintergrund zu arbeiten und dann voll durchzustarten", sagte Letsch.

Mit Uros Matic und James Jeggo wurden "zwei absolute Wunschspieler" (Letsch) bereits verpflichtet. Maximilian Sax kommt von der Admira, von der offenbar auch der ebenfalls ablösefreie Defensiv-Allrounder Thomas Ebner verpflichtet werden soll. Einer, mit dem Letsch nicht mehr planen kann, ist Stürmer Kevin Friesenbichler. Der achtfache Saisontorschütze stand gegen Salzburg nicht mehr im Kader, seine Zukunft soll beim FK Astana aus Kasachstan liegen. Bei der Austria hat Friesenbichler noch einen langfristigen Vertrag, er wird dem Club wohl eine gute Ablösesumme einbringen.