UEFA verschiebt EM wegen Coronavirus auf 2021. Die Fußball-EM findet wegen der Coronavirus-Pandemie erst 2021 statt.

Von APA / NÖN.at. Update am 17. März 2020 (16:49)
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Die Euro 2020 fällt dem Coronavirus zum Opfer
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Die nächste Fußball-Europameisterschaft wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie erst im Sommer 2021 veranstaltet. Was seit Tagen ein offenes Geheimnis war, bestätigte Europas Fußball-Dachverband UEFA nach mehreren Krisensitzungen am Dienstag. Das pan-europäische Kontinentalturnier mit österreichischer Beteiligung wird nun von 11. Juni bis 11. Juli 2021 ausgespielt.

Inwiefern die UEFA die historische Endrunde mit zwölf Gastgebern unter gleichen Voraussetzungen ausrichten kann, blieb vorerst offen. "Wir stehen an der Spitze eines Sports, den unzählige Menschen leben und einatmen, der von einem unsichtbaren und sich schnell fortbewegenden Gegner lahmgelegt wurde", sagte UEFA-Boss Aleksandar Ceferin in einem Statement.

Der Gedanke daran, das 60. Jubiläum des Turniers "in leeren Stadien, mit verwaisten Fanzonen zu zelebrieren, während der Kontinent zu Hause in Isolation sitzt, ist ein trister". Der Verband habe deshalb "das größte Opfer" gebracht. "Die EURO 2020 zu verschieben ist für die UEFA mit enormen Kosten verbunden. Aber wir werden unser Bestes geben, sicherzustellen, dass die lebenswichtigen Mittel für die Basisebene, den Frauenfußball und die Entwicklung des Spiels in unseren 55 Ländern nicht beeinflusst wird", versprach Ceferin.

Europas Clubs und Ligaverantwortliche hatten vor dem mehrstündigen Sitzungsmarathon der UEFA auf eine Verlegung gedrängt, um selbst mehr Zeit zu gewinnen. Die nationalen Ligen haben durch die Verschiebung einen Monat mehr Zeit, um die derzeit ausgesetzte Saison noch unter einigermaßen regulären Bedingungen beenden zu können. Stichtag bleibt der 30. Juni, da dem normalerweise auslaufende Verträge enden.

Ceferin meinte dazu: "Die UEFA hat eine Reihe von Optionen vorgeschlagen, sodass die Bewerbe diese Saison sicher enden können." Er sei stolz auf seine Kollegen im europäischen Fußball. "Es herrschte ein wirklicher Spirit an Kooperation, jeder wusste, dass er etwas opfern muss, um das beste Ergebnis zu erreichen." Mit Solidarität und Einheit sei "Zweck über Profit" gestellt worden, meinte der Slowene.

Durch die Verlegung in den Sommer 2021 muss sich die UEFA mit dem Weltverband FIFA arrangieren, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich die Premiere der millionenschweren Club-WM angesetzt hat. Außerdem muss die UEFA wohl das eigene Final Four der Nations League verschieben, das im Juni 2021 stattfinden soll. Im Sommer 2021 soll auch die Frauen-EM in England stattfinden, das Eröffnungsspiel ist für 7. Juli angesetzt. Die Copa America wurde am Dienstag ebenfalls von 2020 auf 2021 verschoben. Auch damit wird sichergestellt, dass Lionel Messi, Neymar und Co. ihren europäischen Arbeitgebern im Juni zur Verfügung stehen.

Weiters gab die UEFA bekannt, dass alle Nationalteam- und Clubbewerbe bei Frauen und Männern bis auf weiteres in der Warteschleife sein würden. Wann es in der Champions League und der Europa League weitergeht, ist damit offen. Die Play-off-Partien für die EM - ursprünglich Ende März geplant - sollen Anfang Juni gespielt werden. Zuvor gelte es aber, die Situation noch einmal einzuschätzen, hieß es. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der nationalen Ligen und Clubs sei eingesetzt worden, um Lösungen für den Spielkalender zu finden.

Vertreter des ÖFB schätzten in einer ersten Reaktion die Verschiebung positiv ein. So meinte etwa Verbands-Präsident Leo Windtner: "Der ÖFB begrüßt diese Entscheidung, im Zuge derer die UEFA klares Leadership bewiesen hat."

Außerdem sagte Windtner: "Die Solidarität der Fußballfamilie in dieser Situation zeigt, dass im Moment andere Dinge Priorität haben. Die Gesundheit aller Menschen steht jetzt im Vordergrund. Es ist erfreulich, dass trotz der derzeitigen dramatischen Situation durch diese Entscheidung auch eine ermutigende Perspektive geboten wird."

Dieser Ansicht schloss sich ÖFB-Teamchef Franco Foda an. "Es ist die absolut richtige Entscheidung, in dieser außergewöhnlichen Situation gibt es Wichtigeres als Fußball oder eine EURO. Jetzt gilt es, das Virus einzudämmen, damit wir in naher Zukunft wieder gemeinsam positiv nach vorne schauen können", erklärte der Deutsche.