Die Hopfenbuche ist "Baum des Jahres" 2019. Die Hopfenbuche ist in Kooperation von Kuratorium Wald und Umweltministerium zum "Baum des Jahres 2019" gewählt worden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. April 2019 (11:10)
APA (KURATORIUM WALD)
In Österreich gilt die Pflanze fast als Exot

 Das teilte das Kuratorium anlässlich des Internationalen Tags des Baumes, der jedes Jahr am 25. April stattfindet, mit. Die Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) ist ein wärmeliebender Baum mit hopfenähnlichen Früchten, der in Österreich fast als Exot bezeichnet werden kann.

Er lässt sich nur in den Südalpen, genauer in den wärmeren Gebieten Kärntens und der Südsteiermark finden, wo er auch seine nördliche Verbreitungsgrenze hat. Sein zentrales Verbreitungsgebiet befindet sich in weiten Teilen des Mittelmeergebiets und zieht sich bis in den Libanon.

In Österreich ist er nur sehr kleinräumig auf exponierten, von Fels durchsetzen Standorten der Südalpen zu finden. Diese Lebensräume sind besonders wärmebegünstigt. Aufgrund dieser unzugänglichen Standorte ist die Hopfenbuche in Österreich glücklicherweise wenig durch Nutzung gefährdet, erläuterte das Kuratorium. Ihr Lebensraum beherbergt jedoch viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten, wie die Sandviper und Smaragdeidechse.

Die Blätter der Hopfenbuche ähneln zwar denen der Rotbuche, wenig Verwechslungsgefahr besteht allerdings beim Fruchtstand. Dieser ist in ganz Europa einmalig, denn hier ist der Name des Baumes Programm: Der Fruchtstand erinnert stark an die weiblichen Blüten des Hopfens. Bier lässt sich allerdings nicht damit brauen.

Die Hopfenbuche ist mit ihrem Verbreitungsschwerpunkt im mediterranen Klima Europas bestens an heiße Temperaturen und niederschlagsarme Zeiten angepasst. Diese Eigenschaften könnten im Zuge des Klimawandels das Verbreitungsgebiet erheblich erweitern, macht sie aber auch interessant als Alternative in der Bepflanzung urbaner Hitzeinseln. In einigen bayrischen Städten wird die Hopfenbuche etwa bereits als Stadt- und Alleebaum der Zukunft gehandelt und testweise verwendet, da sie den klimawandelbedingten wärmeren und trockeneren Sommern besser Stand halten kann.