Wohnheim: StA stellte Ermittlungsverfahren ein. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA) hat die Ermittlungen zu den angeblichen Missständen in einem sozialpädagogischen Wohnheim im Bezirk Neusiedl am See (die Villa Mia in Gols) eingestellt.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 28. Februar 2018 (16:06)
Symbolbild
NOEN, Erwin Wodicka (www.BilderBox.com)

Wie StA-Sprecher Roland Koch am Mittwoch mitteilte, hatte es Erhebungen gegen zwei Jugendliche gegeben. Sachverständigengutachten hätten jedoch ergeben, dass bei den Burschen eine "verzögerte Reife" bestehe.

Jugendliche unter 18 Jahren seien nicht strafbar, wenn sie im Rahmen einer "verzögerten Reife" gehandelt haben. Das bedeute, dass sie nicht reif genug seien, das Unrecht der Tat einzusehen und dieser Einsicht gemäß zu handeln, so Koch.

Die Ermittlungen waren ursprünglich gegen zwei Bewohner des Wohnheimes gerichtet. Den zwei Burschen - sie waren zur Tatzeit deutlich unter 18 Jahren - war der sexuelle Missbrauch Unmündiger vorgeworfen worden. Die Opfer sollen andere Buben gewesen sein, die in dem Heim untergebracht waren.

Beim ersten Beschuldigten soll es im Sommer 2016 bei zwei Opfern jeweils einen Vorfall gegeben haben. Dem zweiten Jugendlichen wurden drei Übergriffe auf ein Opfer im Sommer 2017 vorgeworfen. Bei Letzterem habe das Heim sofort nach Aufkommen eines Verdachts die Behörde informiert, erklärte Koch. Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen sei dann der andere Fall bekannt geworden.

Die Volksanwaltschaft hatte Ende November des Vorjahres schwere Vorwürfe gegen die sozialpädagogische Wohngemeinschaft erhoben. Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) hatte daraufhin die involvierten Stellen verteidigt, die Behörden hätten "korrekt gehandelt". Die Obfrau der Einrichtung trat nach Bekanntwerden der Vorwürfe zurück.