Lehrer in China: "Weiß nicht genau, was mich erwartet". Das Coronavirus hat in China bereits mehr als 1.000 Menschenleben gefordert. Der Pinkafelder Lehrer Benjamin Posch unterrichtet in Shenyang und wird nach einem Urlaub am Samstag dorthin zurückkehren.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 11. Februar 2020 (08:23)
Benjamin Posch aus Pinkafeld ist stellvertretender Schulleiter sowie Grundschulleiter an der HuZ School in Shenyang.
HuZ School

Der Pinkafelder Benjamin Posch, der an der HuZ School (Hübschmann Zhan Foreign Children School) in der chinesischen Metropolregion Shenyang unterrichtet und als stellvertretender Schulleiter sowie Grundschulleiter tätig ist, spricht über die derzeitige Lage in China. „Aufgrund der Chinese New Year Ferien bin ich derzeit auf den Philippinen, reise morgen von hier weiter nach Seoul und am Samstag von dort zurück nach Shenyang“, sagt der junge Pädagoge. Was ihn dann dort erwartet, weiß er noch nicht so genau.

„Die Lage vor Ort gestaltet sich derzeit etwas ungewiss. Fakt ist, dass unsere Schule zwei weitere Wochen geschlossen bleibt und es digitalen Unterricht geben wird. In dieser Zeit müssen wir uns in Selbstquarantäne begeben“Benjamin Posch

Shenyang ist rund 1.800 Kilometer von Wuhan, dem Ausgangspunkt des Coronavirus, entfernt. „In Shenyang gibt es meines Wissens nach derzeit rund 20 Infizierte bei einer Population von rund neun Millionen Menschen. Todesfall ist mir in unserer Region keiner bekannt“, sagt der Pinkafelder. Auch eine zwischenzeitliche Rückkehr nach Österreich stand im Raum, vor allem seine Familie, die die Entwicklungen über verschiedene Medien in der Heimat verfolgt und täglich Kontakt mit Posch hält, würde dies begrüßen.

„Aufgrund der Tatsache, dass sich mein derzeitiger Arbeitsort in China befindet und die Reisewarnungen vorrangig für Touristen sowie Familien mit Kindern für die Provinz Hubei und nicht für Arbeitnehmer relevant sind, sind wir derzeit angehalten unserer Dienstpflicht nachzukommen und mit Ferienende (16. Feber), nach China zurückzukehren. Ob sich daran in den nächsten Tagen etwas ändert, kann man derzeit nicht absehen“, sagt der Pädagoge aus Pinkafeld.

Vor der Infektion direkt hat er keine Angst. “Ich habe eher Respekt vor den derzeitigen Lebensumständen in China aufgrund der vorherrschenden Sicherheitsmaßnahmen im Land die auch die 14-tägige Selbstquarantäne mit sich bringen. Sicher eine Herausforderung, aus der man gestärkt herauskommen und später mal seinen Kindern erzählen kann“, so Posch.