19 neue Corona-Fälle bei Olympia. Kurz vor der Eröffnungsfeier der Sommerspiele in Tokio haben die Organisatoren 19 weitere Corona-Fälle im Zusammenhang mit Olympia veröffentlicht. Das ist der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 106. Wie das Organisationskomitee bekannt gab, sind unter den Betroffenen drei Athletinnen oder Athleten, die nicht aus Japan kommen. Namen oder Herkunftsländer wurden zunächst nicht genannt.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 23. Juli 2021 (17:39)
Die Tokio-Spiele inmitten der Pandemie sorgen für Diskussionen
Die Tokio-Spiele inmitten der Pandemie sorgen für Diskussionen
APA/dpa/Reuters

Unterdessen gab das deutsche Olympia-Team seinen ersten Fall in Tokio bekannt: Der Radsportler Simon Geschke sei positiv auf das Virus getestet worden und werde daher nicht am Straßenrennen am Samstag teilnehmen können, teilte der Deutsche Olympische Sportbund am Eröffnungstag der Spiele mit. Geschke wohnte mit Teamkollegen in einem Hotel außerhalb des olympischen Dorfes. Alle 13 anderen Radfahrer und Betreuer sind negativ getestet worden und würden sich weiteren Tests unterziehen.

Der 35-Jährige war zunächst im täglichen Antigen-Test positiv aufgefallen, ein anschließender PCR-Test verifizierte das Ergebnis. "Das ist wirklich hart, so kurz vor dem Wettbewerb aus dem Rennen genommen zu werden. Ich habe alle Hygieneregeln nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten", sagte Geschke. "Ich fühle mich körperlich gut, aber emotional ist das ein sehr schwarzer Tag für mich. Jetzt bleibt mir nur, den Jungs ein starkes Rennen zu wünschen." Unklar blieb zunächst, ob Geschke einer der 19 neuen Fälle in Tokio ist.

Noch in Europa ist inzwischen ein Mitfavorit im Männer-Triathlon positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 28-jährige Belgier Jelle Geens muss auf ein Antreten im Einzelbewerb am Montag verzichten, wie das belgische Olympische Komitee am Freitag bekannt gab. Geens ist der erste belgische Athlet, der von den Covid-Maßnahmen betroffen ist.

"Nach den Regeln ist eine Abreise nach Tokio nur möglich, wenn der Reisende 14 Tage vor der Abfahrt symptomfrei ist und zweimal negative Tests in den letzten 96 Stunden vor der Abreise bei einem von Japan anerkannten Labor absolviert hat", betonte das belgische Nationale Olympische Komitee. Geens sei symptomfrei und bisher einmal negativ getestet worden. "Wenn möglich, wird er in den kommenden Tagen nach Tokio fliegen, sobald dies in Übereinstimmung mit den Regeln ist, um an der Mixed-Staffel am nächsten Samstag (31. Juli) teilzunehmen. Er bereitet sich in Europa intensiv auf diesen Start vor", erläuterte das Komitee. Noah Servais sei als möglicher Ersatz nach Tokio entsandt worden.

Am Freitagnachmittag gab zudem der portugiesische Weltklasse-Surfer Federico Morais bekannt, dass er bei der Olympia-Premiere seiner Sportart nicht dabei sein kann. Der 29-Jährige erklärte auf Instagram, dass er positiv auf Corona getestet worden sei und daher nicht nach Japan reisen könne. "Dies ist wahrscheinlich das traurigste Video, das ich jemals posten musste. Im Jahr 2019 habe ich mich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert, die wegen Covid-19 verschoben wurden. Und jetzt, wegen des Virus, werde ich nicht in der Lage sein, zu konkurrieren oder mein Land zu vertreten." Er sei vorsichtig gewesen und seit über einem Monat geimpft, "aber ich habe mich am Ende mit dem Virus angesteckt". Die Wettbewerbe im Shortboard-Surfen beginnen am Sonntag.

Die umstrittenen Tokio-Spiele wurden am Freitag mit einer Zeremonie ab 13.00 Uhr MESZ im Olympiastadion eröffnet. Japans Regierungschef Yoshihide Suga sagte in einer kurzen Video-Botschaft, die Teilnehmer gäben vielen Menschen "Träume und Emotionen" und machten ihnen Mut. "Zeigen Sie Ihre besten Leistungen", sagte Suga. Tokio befindet sich noch bis weit nach Ende der Olympischen Spiele im vierten Corona-Notstand. Eine Mehrheit der Bevölkerung hatte sich in Umfragen immer wieder für eine erneute Verschiebung oder eine Absage der Spiele ausgesprochen.

"Von Euphorie oder Feststimmung ist in der Hauptstadt nichts zu spüren", schrieb die japanische Tageszeitung "Asahi Shimbun". "Viele wünschen sich einfach, dass die Veranstaltung ohne ernsthafte Probleme endet." Es seien "ungewöhnliche und bizarre" Olympische Spiele, die inmitten von "Spaltung und Misstrauen" beginnen, so das Blatt.

Bei der Eröffnungsfeier in der wegen des Zuschauerverbots weitgehend leeren Arena zog das österreichische Team als 37. der 206 Nationen ein. Angeführt wurde die rund 30-köpfige ÖOC-Delegation von den Fahnenträgern Tanja Frank/Thomas Zajac. Als letztes sollten Japans Sportlerinnen und Sportler das Olympiastadion betreten. Es wurde erwartet, dass Japans Kaiser Naruhito als Schutzherr die Spiele auch offiziell für eröffnet erklärt.