"Irma" traf auf Karibikinsel Barbuda erstmals auf Land. Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 295 Stundenkilometern ist der Hurrikan "Irma" in der Karibik auf Land getroffen. Das Auge des Sturms erreichte die zu den Kleinen Antillen gehörende Insel Barbuda am Mittwoch gegen 2.00 Uhr (8.00 MESZ), teilte das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA mit.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 06. September 2017 (10:26)
Der Hurrikan hat Windgeschwindigkeiten von knapp 300 km/h
APA/ag.

Der Sturm der höchsten Hurrikan-Kategorie fünf bewegte sich weiter nach Nordwesten in Richtung Virgin Islands und Puerto Rico. "Irma" wurde von den Behörden weiterhin als "potenziell katastrophal" eingestuft. Auf der Insel Key West im US-Staat Florida wurden Touristen aufgefordert, die Insel zu verlassen. Bis zum Wochenende könnte "Irma" Florida erreichen. Ob der Sturm sich bis dahin abschwächt oder seinen Kurs ändert, kann noch nicht gesagt werden.

Auf Barbuda warnten die Behörden die etwa 1.700 Bewohner, trotz einer kurzen vermeintlichen Beruhigung der Lage im Zentrum des Sturms nicht nach draußen zu gehen. Im Auge eines Hurrikans herrscht nahezu Windstille. Der Sturm riss die Dächer von einigen Häusern weg, wie der "Antigua Chronicle" auf Facebook berichtete. Weitere Informationen über Schäden oder mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. Auch von Barbudas Nachbarinsel Antigua gab es zunächst keine Berichte, der Sturm zog etwa 65 Kilometer nördlich daran vorbei.

Direkt nach dem Durchzug des Hurrikans sollten Hilfslieferungen auf den Inseln eintreffen. In Venezuela und Miami würden jeweils zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern auf Abruf bereitstehen, sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, der Zeitung "The Daily Observer".

"Irma" bewegte sich mit etwa 24 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordwesten. Bis Mittwochabend (Ortszeit) könnte der Sturm die Nähe von Puerto Rico erreichen. Anguilla, Montserrat und St. Kitts und Nevis liegen auf dem weiteren Kurs. Hurrikan-Warnungen gab es auch für die niederländischen Inseln Saba, Sint Eustatius, Sint Maarten, die französischen Überseegebiete Saint-Martin und Saint-Barthelemy, die Britischen Jungferninseln, die US-Jungferninseln sowie Teile Puerto Ricos und der Dominikanischen Republik.

In der gesamten Region bereiteten sich die Behörden auf "Irmas" Eintreffen vor. In Puerto Rico wurde der Notstand ausgerufen und die Nationalgarde aktiviert. Die Küstenregionen wurden evakuiert. Die Behörden richteten 456 Notunterkünfte mit Kapazitäten für mehr als 63.000 Menschen ein. Die niederländische Regierung schickte rund 100 Soldaten auf die bedrohten Karibikinseln Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba.

Das französische Innenministerium verschärfte seine Warnungen an die Küstenbewohner der Überseegebiete Saint-Martin und Saint-Barthelemy. Die Menschen sollten auf keinen Fall ihre Häuser verlassen, warnte das Ministerium auf Twitter.

Auf seinem Zug könnte der Sturm auch die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas bedrohen. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an.