Schüler verrichte Notdurft während Diebstahls. Ein "Malheur" eines betrunkenen Schülers im Oktober 2016 im Pinzgau hat am Donnerstag bei einem Prozess in Salzburg mit einer Verfahrenseinstellung geendet.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 16. Februar 2017 (15:45)
APA (Archiv/Gindl)
19-Jähriger zeigte vor Gericht Reue

Nachdem der 19-jährige Deutsche mit einem Pkw in Maria Alm im Straßengraben hängengeblieben war, schlug er ein Fenster eines Hauses ein, um den ADAC anzurufen, verunreinigte mit seinen Fäkalien die Einrichtung und nahm drei Gegenstände mit.

"Ich war damals stark alkoholisiert. Das war maßgeblich für mein Verhalten", sagte der bisher unbescholtene Angeklagte zu Richterin Bettina Maxones-Kurkowski. Er könne sich an den Vorfall nur eingeschränkt erinnern. Er habe kein Handy dabei gehabt, deshalb habe er bei dem Haus geläutet, um Hilfe zu holen. Doch weil niemand öffnete, habe er mit einem Stein das Fenster eingeschlagen, um im Haus mit einem Telefon den "Allgemeinen Deutschen Automobil Club" (ADAC) zu verständigen, der den Wagen aus dem Graben ziehen sollte.

Warum er dann in der Küche des Wohnhauses seine Notdurft verrichtete, Teppiche, einen Tisch und auch den Balkon mit Fäkalien und Erbrochenen beschmutzte, konnte sich der Beschuldigte nicht erklären. Im nüchternen Zustand hätte er auch nicht ein Radio, einen Jagddolch der Berufsjägerschaft und einen Zinnbecher mitgenommen, erklärte der Schüler, der in einem Vorort von München wohnt. "Der Dolch hat mich fasziniert", das wisse er noch.

Schon bei der ersten polizeilichen Befragung hatte der Deutsche eingestanden, dass er sich dafür schäme, was er in dem Haus einer 83-jährigen Pinzgauerin, die damals schlafend im Bett lag, angerichtet hat. Die Staatsanwaltschaft Salzburg brachte einen Strafantrag wegen Einbruchsdiebstahls und Sachbeschädigung beim Landesgericht Salzburg ein.

Der Sachschaden in der Höhe von 645,18 Euro wurde von den Eltern des Gymnasiasten bezahlt. Allerdings musste der Bursch als Gegenleistung auf sein Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk verzichten. Die Richterin glaubte der reuevollen Verantwortung des 19-Jährigen. Bezüglich des Einschlagens des Fensters ging sie nicht von einem Einbruch, sondern von einer Sachbeschädigung aus.

Die Schadenswiedergutmachung auf Kosten des Angeklagten wertete die Richterin als Tatausgleich und stellte das Verfahren ein. Die außergerichtliche Regelung ist rechtskräftig, Staatsanwältin Claudia Schmidhofer verzichtete auf Rechtsmittel. Die Richterin riet dem Burschen noch, einen Entschuldigungsbrief an die Hausbewohnerin schreiben. Am Ende des Prozesses redete sie ihm noch ins Gewissen. "Es darf jetzt nichts mehr vorkommen. Ein zweites oder drittes Mal gibt es eine solche Erledigung nicht. Und schränken Sie den Alkoholkonsum ein."