Agrana will Ergebnisrückgänge in Wachstum wandeln

Der börsenotierte Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana hat in seinem ersten Geschäftshalbjahr 2021/2022 verglichen zur Vorjahresperiode den Umsatz um 8,8 Prozent auf 1,42 Mrd. Euro gesteigert.

APA / NÖN.at Erstellt am 14. Oktober 2021 | 08:04
Agrana Symbolbild
Die Agrana-Zuckerfabrik in Tulln
Foto: Agrana

Das operative Ergebnis, EBIT (Ergebnis der Betriebstätigkeit) und der Konzerngewinn gingen allerdings zum Teil deutlich zurück. An der positiven Prognose fürs Gesamtjahr hält der Konzern aber fest. Das EBIT soll im Vorjahresvergleich deutlich wachsen.

"Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2021/22 lag wie erwartet unter Vorjahr", so Vorstandschef Markus Mühleisen Donnerstagfrüh in einer Unternehmensmitteilung. "Trotz eines äußerst volatilen Geschäftsumfeldes halten wir an unserer positiven Prognose für das Gesamtjahr 2021/22 fest und erwarten beim EBIT eine Steigerung um zumindest 10 Prozent." Beim Konzernumsatz wird von einem moderaten Anstieg ausgegangen. Im Geschäftsbericht wird aber auch auf "Unsicherheiten aufgrund der andauernden COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen hohen Volatilität in allen Segmenten" verwiesen.

Aktuell zum Halbjahr brach das EBIT allerdings um 19,7 Prozent auf 44,8 Mio. Euro (Vorjahr: 55,8 Mio. Euro) ein. Das sei auf höhere Rohstoff- und Energiekosten zurückzuführen, auf einen schwächeren Verkauf bei Fruchtsaftkonzentraten aus der Ernte 2020 sowie auf geringere Margen im Segment Zucker. Das operative Ergebnis sank von 47,4 auf 41 Mio. Euro. Der Nettogewinn ging von 34,4 auf 27,1 Mio. Euro zurück.

"Eine heterogene Geschäftsentwicklung seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie führte zu Verwerfungen innerhalb der Quartale im Vorjahr, die nun im laufenden Geschäftsjahr teilweise zu gegenläufigen Effekten führen", erläuterte Mühleisen. "Nach einem schwächeren ersten Halbjahr gehen wir im zweiten Halbjahr von einer sukzessiven Verbesserung der Ergebnisse aus", betonte er.

Bei der Agrana ist mit dem zweiten Quartal im laufenden Geschäftsjahr das erste mit dem neuen Chef Markus Mühleisen abgelaufen. Er hat das Amt seines Vorgängers Johann Marihart per Juni übernommen, der die Geschicke des Konzerns über 29 Jahre lang geleitet hatte.

Nach Segmenten entwickelten sich die Agrana-Geschäfte im ersten Halbjahr wie folgt: Im Bereich Frucht stieg der Umsatz um 5,3 Prozent Euro auf 633,4 Mio. Euro. Das EBIT sank um 14,3 Prozent auf 25,8 Mio. Euro. Der Umsatz im Stärke-Segment war mit 476,2 Mio. Euro um 17,1 Prozent höher als im Halbjahr des vorangegangenen Geschäftsjahres, das EBIT sank um 16,4 Prozent auf 29 Mio. Euro. Im Zucker-Bereich stieg der Umsatz leicht auf 314,2 Mio. Euro (Vorjahr: 300,3 Mio. Euro) und das EBIT war mit minus 10 Mio. Euro neuerlich im negativen Bereich (Vorjahr: minus 9 Mio. Euro).

Investieren will die Agrana im laufenden Geschäftsjahr 95 Mio. Euro. Dieser Wert werde deutlich unter dem Abschreibungsniveau von rund 120 Mio. Euro liegen.