Bankomaten geknackt: 24 Monate Haft. Wegen fünf Bankomateinbrüchen in Kärnten und Oberösterreich ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt ein 34-jähriger gebürtiger Moldawier zu 24 Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. In Spittal an der Drau, Villach, Hermagor und Wolfsberg lagen die Tatorte in Kärnten - hier schaffte es der 34-Jährige gemeinsam mit zwei Komplizen, Geld zu erbeuten.

Von APA Red. Erstellt am 01. August 2018 (12:31)
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Der Verurteilte brach mit zwei Komplizen mehere Bankomaten auf

Auch in Rohr im Kremstal versuchten die drei, einen Bankomat aufzubrechen, sie scheiterten aber. Bei ihren Einbrüchen gingen die Täter immer gleich vor, sie verwendeten einfache Brecheisen und speziell für diesen Zweck angefertigtes Werkzeug. Der 34-Jährige, er ist sowohl moldawischer als auch bulgarischer Staatsbürger, war im Jänner in Rumänien verhaftet worden. Von seinen Komplizen waren DNA-Spuren an den Tatorten gesichert worden. Sie sind namentlich bekannt, es liegen auch Haftbefehle gegen sie vor.

Als Tatmotiv gab der 34-Jährige Schulden an: "Ich bin nach Tschechien gekommen, um Arbeit zu suchen, habe aber nichts gefunden." Dafür sei er von Hintermännern gemeinsam mit den beiden anderen auf Einbruchstour geschickt worden. Von dem erbeuteten Geld, insgesamt 160.000 Euro, habe er nur 5.000 bis 6.000 Euro erhalten, gab der Mann vor Gericht an.

Bei dieser Form des gewerbsmäßigen, schweren Einbruchsdiebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung handle es sich um einen Fall der "Schwerkriminalität", sagte Staatsanwalt Christian Pirker, darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Dass es sich um Schwerkriminalität handle, bestätigte auch Verteidiger Philipp Tschernitz: "Aber wir haben hier keinen Schwerkriminellen sitzen." Der Mann habe sich verlocken lassen, um seine Schulden abzubauen. Auch habe er schon wesentlich früher als seine Komplizen mit den Taten aufgehört, er sei außerdem unbescholten und habe die Taten gestanden.

Richter Matthias Polak, der dem Schöffensenat vorsaß, verwies ebenso auf die Milderungsgründe. Allerdings sei die unbedingte Haft zu verhängen, um einerseits den Angeklagten von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, die Strafe solle auch generalpräventiv im Hinblick auf "Kriminaltourismus" wirken. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Staatsanwalt Pirker erklärte ebenfalls Rechtsmittelverzicht.