SPÖ-Triumph und Grünen-Absturz. Bei der Landtagswahl kratzt die Partei von Landeshauptmann Kaiser haarscharf an der absoluten Mehrheit. Die FPÖ legt als zweite Kraft stark zu, die ÖVP als dritte leicht. Eine Zitterpartie war es für Team Kärnten. Grüne und Neos scheitern glatt.

Erstellt am 04. März 2018 (18:14)
APA
Kaiser war für 36 Prozent der SPÖ-Wähler Wahlmotiv

Wie schon bei den Landtagswahlen in Niederösterreich am 28. Jänner und bei der Tiroler Wahl am 25. Februar ging auch bei der Kärntner Landtagswahl am Sonntag die Landeshauptmannpartei, in Klagenfurt ist es die SPÖ mit Peter Kaiser, als großer Sieger hervor. Mit 47,7 Prozent (plus 10,6 Prozentpunkte) und 17 von 36 schaffte die SPÖ am Sonntag laut vorläufigem Endergebnis ohne Briefwahlstimmen beinahe die absolute Mehrheit. Alle Parteien gratulierten Kaiser zu dem  Ergebnis.

Die FPÖ, die bei der Nationalratswahl im Oktober 2017 noch stärkste Partei in Kärnten war, verbuchte mit dem neuen Spitzenkandidaten Gernot Darmann zwar mit 23,4 Prozent Zugewinne von 6,5 Prozentpunkten und festigte damit die zweite Position. Allerdings mit Riesenabstand hinter der Landeshauptmannpartei SPÖ. Daher fiel der Jubel bei den Freiheitlichen auch schaumgebremst aus. Die FPÖ hat nun 9 Mandate (+3).

ÖVP gewinnt leicht dazu

Die ÖVP mit Obmann Christian Benger kam als drittstärkste Partei im künftigen Kärntner Landtag laut vorläufigem Gesamtergebnis ohne Briefwahlstimmen auf 15,4 Prozent, das war ein leichtes Plus von 1,0 Prozentpunkten.  Das reichte für 7 Landtagsmandate (+2).

Für die Grünen mit Spitzenkandidat Rolf Holub gab es nach dem Scheitern beim Wiedereinzug ins Parlament im Oktober des Vorjahres die nächste Ohrfeige der Wähler. In Kärnten flogen die Grünen mit 3,0 Prozent und Verlusten von satten 9,1 Prozentpunkten aus dem Landtag. Damit ist auch die bisherige rot-schwarz-grüne Koalition in der Landesregierung Geschichte. Ein Mitgrund war  eine grüne Gegenkandidatur.

Team Kärnten schafft Wiedereinzug

Vierte Partei  im Landtag ist das Team Kärnten mit dem Spitzenkandidaten und Ex-SPÖ-Bürgermeister Gerhard Köfer, das aus dem Team Stronach bei der Wahl 2013 hervorgegangen ist. Mit 5,8 Prozent wurde der Wiedereinzug in den Landtag trotz Verlusten von 5,4 Prozent und nunmehr drei Mandaten geschafft.

Klar gescheitert sind in Kärnten die Neos mit nur 2,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 68 Prozent.

Feilschen um Koalitionsregierung

In Kärnten ist mit der Wahl das Ende  der bisherigen Proporzregierung verbunden, bei der jede Partei ab einer Stärke von rund zehn Prozent in der Landesregierung vertreten war. Künftig gibt es auch in Kärnten eine Koalitionsregierung, wobei Landeshauptmann Peter Kaiser alle Trümpfe in der Hand hat. Neben der FPÖ und der ÖVP könnte er auch mit dem Team Kärnten koalieren. Rot-Blau wurde am Wahlabend in Klagenfurt nicht von vorneherein ausgeschlossen.