Zahl der Toten durch Hurrikan "Irma" stieg auf zwölf. Die Zahl der Toten durch den Hurrikan "Irma" ist auf mindestens zwölf gestiegen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. September 2017 (07:36)
APA (AFP)
Saint-Martin wurde von "Irma" hart getroffen

Während der Wirbelsturm mit unverminderter Wucht durch die Karibik in Richtung Kuba und Florida fegte, wurden mindestens vier Menschen auf den Jungferninseln getötet, wie Behördenvertreter des zu den USA gehörenden Gebiets am Donnerstag mitteilten. Mindestens zwei Todesopfer wurden aus Puerto Rico gemeldet.

In dem US-Außengebiet war mehr als die Hälfte der drei Millionen Einwohner ohne Strom. Angesichts von Überschwemmungen im Zentrum und im Norden der Insel mobilisierte der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rossello, die Nationalgarde. Zudem ließ er Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen einrichten.

Das Hurrikan-Zentrum in Miami gab am Freitag offizielle Hurrikan-Warnungen aus, die Gebiete im US-Staat Florida sowie auf Haiti, den Bahamas, Kuba und dem britischen Überseegebiet der Turks-und Caicosinseln umfassen. Zu den Gebieten, für die nun die Hurrikanwarnung in Kraft ist, gehörten in Florida unter anderem die Inselkette Florida Keys sowie Lake Okeechobee nordwestlich von Fort Lauderdale und die Florida Bay zwischen dem südlichen Ende des Festlands und den Florida Keys.

Zuvor hatte der Wirbelsturm bereits verheerende Zerstörungen auf den Urlaubsinseln Saint-Martin, Saint Barthelemy und Barbuda angerichtet. Im französischen Teil von Saint-Martin wurden vier Tote und rund 50 Verletzte gezählt. In Sint Maarten, dem niederländischen Teil der Insel, wurde ein Mensch getötet, wie die Regierung in Den Haag bekannt gab. Ein Todesopfer gab es auf Barbuda. Damit stieg die Gesamtzahl der Opfer auf mindestens zwölf.

Die ersten Schadensbilanzen auf den betroffenen Inseln waren verheerend. Die Insel Saint-Martin sei zu "zu 95 Prozent zerstört", sagte der Präsident des französischen Teils, Daniel Gibbs. Die Insel Barbuda sei zu 95 Prozent zerstört und "kaum mehr bewohnbar", sagte der Premierminister des Zwei-Insel-Staats Antigua und Barbuda, Gaston Browne. Er bezeichnete die Insel als "Trümmerhaufen".

Sint Maarten war nach den Worten des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte wegen starker Schäden am Flughafen und am Hafen von der Außenwelt abgeschnitten. Dennoch bereitete die niederländische Luftwaffe eine Luftbrücke für Hilfsgüter vor, ebenso wie die französische Regierung. Großbritannien schickte zwei Kriegsschiffe in die Gegend, um den Opfern zu helfen.

Auch der Nordosten Haitis wurde von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Windböen deckten Dächer ab, in der Stadt Ouanaminthe an der Grenze zur Dominikanischen Republik standen die Häuser bis zu 30 Zentimeter unter Wasser, wie der Zivilschutz mitteilte. Zwei Menschen wurden verletzt, als eine entwurzelte Kokospalme auf ihr Haus in der Nähe der Hafenstadt Cap-Haïtien stürzte.

Um 23.00 Uhr (MESZ) befand sich das Auge des Sturms nur wenige Kilometer nördlich von Haiti und bewegte sich auf die Bahamas zu. Viele Menschen hoffen nun, dass die Schäden durch "Irma" in Haiti weniger groß ausfallen als zunächst befürchtet. In der Dominikanischen Republik wurden Windstärken von 285 Stundenkilometern gemessen, rund 5.500 Menschen wurden angesichts des Sturms mit heftigen Regenfällen in Sicherheit gebracht.

Am Freitagabend oder Samstagmorgen könnte der Wirbelsturm in Kuba auf Land treffen und dürfte dann zur Südostküste der Vereinigten Staaten weiterziehen. An Kubas Nordküste wurden 10.000 ausländische Touristen vorsorglich in Sicherheit gebracht, die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus.

Bis zu eine Million Menschen erhielten in den Küstengebieten Floridas und des Nachbarstaates Georgia die Anordnung, ihre Häuser zu verlassen. Es war die größte Massenevakuierung seit mehr als einem Jahrzehnt.

"Irma" war am Mittwoch mit Hurrikan-Stärke 5 über die nördlichen Antillen hinweggefegt. Nach Angaben von Meteorologen zählt er zu den stärksten Stürmen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Atlantik.

Unterdessen verstärkte sich der Hurrikan "Jose" auf Kategorie 3, wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA mitteilte. Der Wirbelsturm befand sich am späten Donnerstag (Ortszeit) etwa 950 Kilometer östlich der Kleinen Antillen und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern in Richtung West-Nordwest.

Ebenfalls in der Gegend wütet der Tropensturm "Katia", der derzeit auf Kategorie 1 eingestuft ist. Er könnte vor Freitag die Küste des mexikanischen Bundesstaates Veracruz erreichen.