Rücktritt von Landesrat Christian Illedits. SPÖ-Landesrat Christian Illedits gab seinen Rücktritt bekannt. Grund ist ein Goldblatt mit Widmung, das er zu seinem 60. Geburtstag vom SV Mattersburg geschenkt bekommen hatte.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 01. August 2020 (18:30)
Schwerer Schritt: Christian Illedits gab nach rund 25 Jahren in der Politik seinen Rücktritt bekannt.
 
Millendorfer

Im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz erklärte Christian Illedits am Samstagnachmittag in Eisenstadt seinen Rücktritt nach rund 25 Jahren in der Politik. Im Zusammenhang mit der Causa Commerzialbank war Illedits als Wirtschaftslandesrat und SPÖ-Bezirksfunktionär in Mattersburg unter Beschuss geraten. Der Grund für den Rücktritt überraschte zunächst: Zum 60. Geburtstag hatte Illedits vom SV Mattersburg ein Goldblatt – im heutigen Wert von rund 5.400 Euro – geschenkt bekommen, das nun auch Inhalt einer anonymen Anzeige sei.

Erklärung von Christian Illedits.
Millendorfer

„Ich kann heute nicht mehr sagen, warum ich dieses Geschenk angenommen habe“, so Illedits in seiner Erklärung (unten im Wortlaut). „Sie können es Dummheit nennen oder Gedankenlosigkeit, beides ist unverzeihlich. Ich versichere, dass mich dieses Geburtstagsgeschenk nie in irgendeiner Weise in meinen politischen Entscheidungen beeinflusst hat.“ Er sei aber „schon zu lange in der Politik“, als dass er nicht wüsste, „dass nun die massiven Angriffe gegen meine Person noch intensiver werden“. Er wolle sich gegen Versuche wehren, seine Familie, die Landesregierung oder die SPÖ-Burgenland „in dieses politische Spiel hineinzuziehen“, so Illedits.

Suche nach Nachfolger

Kurz nach der Bekanntgabe des Rücktritts, nahm auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil Stellung: Er halte diesen Schritt für richtig und habe ihn daher zur Kenntnis genommen, heißt es in einer Presse-Aussendung: „Christian Illedits hat aus freien Stücken die Konsequenz aus einem einmaligen Fehlverhalten gezogen. Ich habe Respekt davor, dass er seine politische Verantwortung in dieser Weise wahrnimmt.“

Illedits mit Landeshauptmann Doskozil im Burgenland-Wahlkamf 2020
APA

Dem nun bekannt gewordenen Vorfall stehe ein politisches Lebenswerk gegenüber, das Anerkennung verdiene, so Doskozil: „Christian Illedits war ein Vollblutpolitiker, der sich selbst nie geschont hat. Aus dieser Grundhaltung heraus hat er jetzt auch das Format, gegenüber der Öffentlichkeit für einen Fehler einzustehen.“ Er könne nachvollziehen, dass für Illedits nun vor allem der Schutz seiner Familie im Vordergrund stehe. Über die nunmehr erforderlichen personellen und politischen Weichenstellungen werde er zeitnah informieren, erklärte der Landeshauptmann.

Sagartz (ÖVP): "Wer hat noch profitiert?"

„Illedits hat erkannt, dass er zurücktreten muss, um völlige Aufklärung zu ermöglichen“, stellt ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz klar und fordert die SPÖ nun auf, alle Fakten auf den Tisch legen. Es gebe sehr viele Geschädigte – von Privatpersonen und Gemeinden über Vereine bis hin zu Unternehmern. „Diese Betroffenen haben das Recht zu erfahren, was mit ihren Geldern passiert ist und wer profitiert hat. Doskozil als verantwortlicher Vertreter des Landes und der SPÖ hat noch vor ein paar Tagen Illedits verteidigt, nun ist er in der Pflicht und muss für volle Aufklärung sorgen“, so Sagartz. Als Amtsträger werde sich Illedits nun vor dem Strafrichter zu verantworten haben.

Christian Sagartz
ÖVP Burgenland

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