Neue Betriebsanlagen und mehr: Waldquelle investiert. Der Mineralwasserabfüller Waldquelle mit Sitz im mittelburgenländischen Kobersdorf wird im heurigen und nächsten Jahr in die Erneuerung der Betriebsanlagen sowie in die Erschließung einer neuen Quelle investieren.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 22. Juni 2018 (07:00)
Symbolbild
Waldquelle

Allein sechs Mio. Euro würden derzeit in eine neue Produktionsanlage fließen, sagte Waldquelle-Geschäftsführerin Monika Fiala im APA-Gespräch.

Dies sei notwendig, da die Firma in den vergangenen Jahren intensiv gewachsen sei und nun die Strukturen angepasst werden müssten. Bei der neuen Quelle befinde man sich noch am Anfang des Zulassungsverfahrens. Die ersten Proben würden voraussichtlich im Juli gezogen werden. Für 2019 seien zudem Innovationen für die Bereiche Zuckerreduziert und Wasser mit Geschmack vorgesehen.

In Kobersdorf werden pro Jahr 170 bis 180 Mio. Liter abgefüllt. 60 Prozent des Geschäftes spielen sich laut der Geschäftsführerin in der Zeit zwischen April und September ab. Im Mai seien an starken Tagen bis zu 1,3 Mio. Flaschen an den Lebensmittelhandel verkauft worden. Dies entspreche rund zwei Mio. Litern.

Die Abfüllung erfolge in drei Schichten, im Sommer werde bei Bedarf auch über das Wochenende gearbeitet. Die Kunden seien zu 90 Prozent der Lebensmittelhandel. Daher sei neben einer guten Kommunikation und einer ausgeklügelten Logistik auch Flexibilität entscheidend. Der Bedarf sei bei 33 Grad Celsius im Juli ein anderer, als bei einem Temperatursturz auf 19 Grad. "Da muss man so vorbereitet sein", so Fiala.

Gegen eine zusätzliche Flexibilität hinsichtlich der täglichen und wöchentlichen Höchstgrenze der Arbeitszeit - wie von der Regierung geplant - habe sie daher nichts einzuwenden. Im Herbst und Winter werde die 12-Stunden-Grenze nicht gebraucht, "aber in der Hochsaison wäre dies schon eine massive Erleichterung", meinte Fiala. Waldquelle zähle 80 bis 85 Mitarbeiter, im Sommer steige die Zahl auf bis zu 105, wobei die Spitzen mit Leiharbeitern abgedeckt würden.

Der Marktanteil im Wassersegment liege bei 17,1 Prozent im Lebensmittelhandel. Damit befinde sich das Unternehmen auf dem zweiten Platz hinter Vöslauer. Der Umsatz sei mit jeweils rund 31 Mio. Euro in den Jahren 2016 und 2017 konstant geblieben. Das Hauptgeschäft werde nach wie vor mit Mineralwasser gemacht, vor allem Wasser mit wenig oder ohne Kohlensäure würde sich gut entwickeln. "Waldquelle Frucht", also Wasser mit Geschmack, mache mengenmäßig zwar nur etwa zehn Prozent der Produktion aus, liege aber aufgrund des im Vergleich zu Limonade niedrigeren Zuckergehalts im Trend.

Fiala ist studierte Betriebswirtin und seit gut 17 Jahren im Getränkegeschäft tätig. Nach 15 Jahren bei Coca Cola Hellenic Austria leitete sie zwei Jahre lang die Geschäfte des kroatischen Konzerns Atlantic Brands in Österreich bevor sie im Dezember des Vorjahres zu Waldquelle wechselte. Der Mineralwasserabfüller gehört seit 2008 der tschechischen Karlovarske mineralni vody (KMV, Carlsbader Mineralwasser AG).