Streikwoche in sozialen Berufen steht bevor. Nachdem in den Kollektivvertragsverhandlungen für die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) weiterhin keine Lösung in Sicht ist, wird kommende Woche gestreikt. Die Gewerkschaft, die von ihrer Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche nicht abweicht, kündigte für Mittwoch und Donnerstag ausgedehnte Warnstreiks an. Auch die Caritas wird sich mit Protestkundgebungen anschließen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 22. Februar 2020 (06:00)
Die Gewerkschaft rief bereits zu Warnstreiks auf
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Die 15.000 Beschäftigten im Caritas-KV, der sich am Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft orientiert, fordern ebenfalls die 35-Stunden-Woche. Aufseiten der Arbeitgeber gibt es allerdings keine Bewegung in diese Richtung. Daher finden bei der Caritas bereits am Montag Protestkundgebungen statt, die größte davon in Wien.

"Die Beschäftigten der Caritas haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie jene in der Sozialwirtschaft", betonte Andreas Laaber, Verhandler für die Gewerkschaft GPA-djp. "Die Verkürzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit auf 35 Stunden würde für Vollzeitbeschäftigte dringend notwendige Zeit für Erholung und für Teilzeitbeschäftigte eine Gehaltserhöhung in der Höhe von insgesamt 8,6 Prozent bedeuten", erklärte er.

Ähnliche Töne kamen von Michaela Guglberger, Verhandlerin für die Gewerkschaft vida. "Die Beschäftigten in der Caritas leisten großartige Arbeit", teilte sie mit. Mit dem Nein zur 35-Stunden-Woche würden die Arbeitgeber den Beschäftigten die Wertschätzung, die sie verdienen, verweigern. "Gemeinsam mit den Beschäftigten werden wir daher unserer Forderung durch Warnstreiks Nachdruck verleihen", kündigte sie an. Bei einer großen Protestkundgebung in Wien werden am Montagvormittag betroffene Beschäftigte vor einer Caritas-Zentrale ihren Unmut kundtun.

In den Betrieben der Sozialwirtschaft werden die Streiks nach der ergebnislosen sechsten KV-Verhandlungsrunde in der kommenden Woche ebenfalls ausgedehnt. Zuletzt hatten sich 270 Betriebe an den Arbeitsniederlegungen beteiligt, dieses Mal werden es mit Sicherheit mehr sein, stellte die Gewerkschaft in Aussicht. Wo es leicht geht, werde man zusperren, etwa in Jugendzentren oder in Horten. In Pflegeheimen werde etwa das Waschen von schmutziger Wäsche bestreikt, ebenso wird es mancherorts kaltes statt warmem Essen geben. Bestreikt werden zudem Ausflüge und Animationen - aber nichts was die Gesundheit oder die Würde der Menschen beeinträchtigen würde.

Verhandelt wird dann wieder am 2. März. Bei der Caritas wartet man das Ergebnis dieser siebenten Runde der Sozialwirtschaft ab, für den Kollektivvertrag der kirchlichen Hilfsorganisation wurde der 13. März als nächster Verhandlungstermin vereinbart.