7 von 13 Lippenstiften mit Schadstoffen. Lippenstift sollte frei von Schadstoffen sein, in einem Test für das Magazin "Konsument" erfüllten sieben von 13 Produkten diese Grundvoraussetzung nicht.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 21. Februar 2020 (08:00)
Der Test brachte eher durchwachsene Ergebnisse
APA (dpa/Symbolbild)

Dabei hätten als problematisch angesehene Substanzen speziell in Lippenstiften nichts verloren, da man davon zwangsläufig einiges schlucke, meinen die Konsumentenschützer: bei regelmäßiger Verwendung in etwa vier ganze Stifte pro Jahr.

Unter die Lupe genommen wurde rote Lippenfarbe. Darunter waren fünf Naturkosmetika, mehr als die Hälfte der Erzeugnisse ist auch auf gängigen Online-Portalen erhältlich. "Kein einziger Lippenstift konnte uneingeschränkt überzeugen", bilanzierten die Experten vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Bei einigen Produkten befanden die Testerinnen, dass sich das Produkt auf den Lippen nicht gut anfühle, bei anderen ließen die Haltbarkeit über den Tag oder die Konsistenz zu wünschen übrig. Fast alle schützten nicht genug vor Austrocknung.

Zum Testsieger wurde "Lipstick" von PuroBio gekürt - er ist so gut wie frei von bedenklichen Substanzen. Dass es nicht zu einer sehr guten Bewertung reichte, lag an der Kritik von Testerinnen am Hautgefühl. Ebenfalls empfehlenswert seien die Produkte von Chanel, Zao und Dr. Hauschka sowie mit Abstrichen die Lippenstifte von Sante und So'bio etic.

Sieben Stifte erhielten wegen "problematischer" Inhaltstoffe die Note "weniger zufriedenstellend" bzw. fielen komplett durch. Darunter war auch ein Erzeugnis mit Naturkosmetik-Label, in dem dennoch aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOAH) nachgewiesen wurden.

Auf zehn Produkten war in der Liste der Inhaltstoffe Titandioxid enthalten, eine umstrittene Substanz, die möglicherweise krebserregend ist. Klarheit verschafft das allerdings nicht: Laut Kosmetikverordnung dürfen die Hersteller bei Lippenstiften, die es in mehreren Farben gibt, alle in der Palette verwendeten Farbstoffe aufführen. Das Titandioxid könnte also auch in einem Produkt mit anderer Farbe stecken. Für VKI-Kosmetikexpertin Birgit Schiller ein Unding: "Diese Regelung nutzt allein den Herstellern. Als Verbraucherin weiß man nicht, ob die Substanzen enthalten sind oder nicht." Kritisiert wurde weiters der Einsatz von hormonwirksamen Substanzen in vier Produkten. Außerdem wurden recht häufig Duftstoffe festgestellt, die Allergien auslösen können.